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Naher Osten Israel will sich schnell aus dem Südlibanon zurückziehen

15.08.2006 ·  Die libanesische Armee wird voraussichtlich in den nächsten Tagen mit ihrem Einsatz im Grenzgebiet zu Israel beginnen. Unterdessen setzte die israelische Armee ihren Abzug fort. Sie will „ein schnelles Ende innerhalb von ein bis zwei Wochen“.

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Die libanesische Armee wird voraussichtlich bereits in den nächsten Tagen mit ihrem Einsatz im Grenzgebiet zu Israel beginnen. Das genaue Datum stehe allerdings noch nicht fest, sagte ein ranghoher Armeevertreter am Dienstag in Beirut. Nach seinen Angaben werden die Soldaten gemeinsam mit den Blauhelmen der Unifil-Mission die von Israel aufgegebenen Stellungen übernehmen.

Die Details des geplanten Friedenseinsatzes im Südlibanon waren nach Information UN-naher Kreise am Montag Gegenstand von Beratungen zwischen dem Unifil-Kommandeur und Vertretern der libanesischen sowie der israelischen Armee. Nach den bisherigen Plänen werden die israelischen Truppen am Mittwoch mit der Übergabe ihrer geräumten Stellungen an die Blauhelmsoldaten beginnen. Ab Freitag werde demnach die Übergabe an die libanesischen Truppen beginnen. Eine endgültige Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen, hieß es. Die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtete ebenfalls, ein Voraus-Kommando der Blauhelmtruppe werde bereits innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden mit dem Einsatz beginnen.

„Die Treffen mit der Unifil zur Zusammenarbeit haben bereits begonnen“, sagte ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter am Dienstag. „In einem ersten Schritt können Gebiete übergeben werden, die aus unserer Sicht nicht entscheidend sind.“ Israel sei insgesamt an einem zügigen Abzug interessiert, um neue Zusammenstöße mit der Hizbullah zu vermeiden. „Sie wollen ein schnelles Ende innerhalb von ein bis zwei Wochen“, sagte der Vertreter eines westlichen Landes. „Sie wollen derzeit keine zweite Kampfrunde.“ Ein anderer Diplomat sagte: „Sie wollen das beenden. Je länger sie dort sitzen, desto wahrscheinlicher ist es, daß sie Probleme bekommen.“ Sollte es keine neue Zuspitzung der Kämpfe geben, ist demnach mit einer Beschleunigung des Abzuges gegen Ende der Woche zu rechnen.

Wieder Badegäste am Strand von Haifa

Israel hat in den vergangenen Wochen schätzungsweise 30.000 Soldaten für seine Bodenoffensive in den Südlibanon geschickt und dabei den 20 Kilometer tiefen Streifen bis zum Fluß Litani besetzt. Mindestens ein Bataillon mit etwa 800 bis 1000 Soldaten ist bereits am ersten Tag der Waffenruhe abgezogen. Weitere Truppenteile machten sich am Dienstag auf den Weg nach Israel. Ursprünglich hatte Israel angekündigt, seine Truppen erst dann abzuziehen, wenn die erweiterte Unifil und die libanesische Armee mit ihrem Einrücken in das Grenzgebiet beginnen.

Im zwölf Kilometer nördlich der Grenze gelegenen Merdschajun waren am Dienstag keine Soldaten und Panzer mehr zu sehen, wie libanesische Polizisten mitteilten. Auch aus der Umgebung sowie aus der auf halbem Weg zur Grenze gelegenen Ortschaft Burdsch al Muluk zogen die Truppen ab, blieben aber zunächst noch in der benachbarten Ortschaft Kleia. Die Truppen hatten Merdschajun erst am Donnerstag vergangener Woche besetzt, als sie in der Schlußphase des einmonatigen Krieges tiefer auf libanesisches Territorium vorstießen. Die Stadt wird vor allem von christlichen Libanesen bewohnt, die Hizbullah hat dort nur geringe Unterstützung. Merdschajun gilt wegen seiner hochgelegenen Lage mit Ausblicken zur Grenze wie zum Litani-Tal als strategisch bedeutsam. Während der Besetzung von Merdschajun übernahmen die israelischen Truppen die libanesischen Kasernen und nahmen 350 Soldaten und Polizisten gefangen. In den Dörfern in Nordisrael, wo seit Kriegsbeginn nahezu 4000 Raketen einschlugen, verließen die Bewohner ihre Schutzräume. Am Strand von Haifa waren sogar wieder erste Badegäste zu sehen.

Nach der Waffenruhe im Libanon wollen sich auch die Palästinenser um eine Entspannung des Konflikts im Gazastreifen bemühen. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas reiste nach Angaben eines Beraters zu Gesprächen mit der Hamas und anderen radikalen Gruppen in den Gazastreifen. Dabei will er sich den Angaben zufolge um die Freilassung des Ende Juni entführten israelischen Soldaten bemühen.

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