16.07.2006 · Die libanesische Regierung hat die Bedingungen Jerusalems für eine Einstellung der der israelischen Militäroffensive erhalten. Israel fordere die Freilassung der von der Hizbullah entführten Soldaten und einen Rückzug der Miliz von der gemeinsamen Grenze, so die Regierung in Beirut.
Die libanesische Regierung hat nach eigenen Angaben von italienischen Diplomaten die Bedingungen Jerusalems für eine Einstellung der der israelischen Militäroffensive erhalten. Israel fordere die Freilassung der von der Hizbullah entführten Soldaten und einen Rückzug der Miliz von der gemeinsamen Grenze, teilte die Regierung in Beirut am Sonntag mit.
Unterdessen hat der neue Libanon-Konflikt am Sonntag mit Raketenangriffen auf Haifa und dem weiteren israelischen Beschuß Beiruts einen neuen Höhepunkt erreicht. In der Hafenstadt Haifa wurden acht Menschen durch eine von der radikal-islamischen Hizbullah-Miliz abgefeuerte Rakete getötet. Es war der bisher folgenschwerste Angriff auf israelische Zivilisten seit Beginn der Kämpfe vor fünf Tagen. Im Libanon stieg die Zahl der Toten nach neuen israelischen Angriffen auf die südlichen Vororte Beiruts auf über 100, hieß es nach Krankenhausangaben. Etwa 270 seien verletzt. Auf israelischem Gebiet sind seit Beginn der Kämpfe am vergangenen Mittwoch mehr als 450 Raketen eingeschlagen. Insgesamt 12 israelische Zivilisten wurden seitdem getötet und mehr als 300 verletzt.
Gegenseitige Drohungen
Die israelische Armee forderte laut israelischen Medien die Bevölkerung im Südlibanon auf, ihre Wohngebiete in Anbetracht neuer Luftangriffe zu verlassen. Tausende machten sich mit Minibussen und Lastwagen auf die Flucht.
Israel und die Hizbullah drohten sich gegenseitig. Regierungschef Ehud Olmert kündigte nach dem Angriff auf Haifa „weit reichende Folgen“ für den Libanon an. „Wenn Israel weiter gegen unsere Leute vorgeht, werden wir keinen Ort in Israel verschonen“, erklärte im Gegenzug ein Vertreter der Hizbullah-Miliz in Beirut. Syrien drohte Israel für den Fall eines Angriffs auf das Land mit einer harten Reaktion.
Ausländer verlassen den Libanon
Unterdessen bemühten sich westliche Länder, ihre Staatsangehörigen aus dem Libanon zu evakuieren. Nach Angaben des Berliner Auswärtigen Amtes verließen seit Freitag 200 Deutsche den Libanon auf dem Landweg in Richtung Syrien. Derzeit halten sich noch rund 900 deutsche Staatsangehörige im Libanon auf, etwa die Hälfte davon mit doppelter Staatsbürgerschaft. Bis Samstagabend hatten nach syrischen Angaben bereits 20 000 Menschen den Libanon Richtung Damaskus verlassen.
Die in St. Petersburg tagenden Staats- und Regierungschefs der G8- Staaten konnten sich am Sonntag auf keinen gemeinsamen Plan einigen, um die Kriegsgefahr im Nahen Osten einzudämmen. Rußland halte eine sofortige Feuereinstellung für richtig, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Dagegen bezeichnete die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice einen Waffenstillstand als ein falsches Signal an die extremistischen Gruppen Hizbullah und Hamas.
Raketen auf Haifa wohl in Syrien gebaut
Auf die Angriffe auf Haifa reagierte die israelische Luftwaffe am Sonntag mit einem erneuten Beschuß der Hizbullah-Zentrale in Beirut. Mindestens zehn Raketen schlugen in den dicht besiedelten Süden der Hauptstadt ein. Erneut wurde auch der Hizbullah-Sender Al Manar getroffen. Schon in der Nacht zuvor habe die Luftwaffe mehr als 50 Ziele im Libanon angegriffen, erklärte eine Armeesprecherin. 10 Radarstationen entlang der Küste seien bombardiert worden.
Bei den Raketen auf Haifa soll es sich nach Angaben der Hizbullah um Geschosse des Typs Raad 2 und Raad 3 handeln. Laut dem israelischen Verkehrsminister Schaul Mofas stammt die Munition in diesem ursprünglich iranischen Raketentyp aus Syrien. Nach Expertenmeinung können sie eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern haben.
Papst ruft zur Vernunft
Israelische Medien berichteten, eine der Raketen habe eine Reparaturwerkstatt der israelischen Eisenbahn getroffen. Acht Menschen seien ums Leben gekommen. In Israel wurde befürchtet, daß auch in Haifa ansässige Chemiebetriebe getroffen werden könnten und daß eine Umweltkatastrophe die Folge wäre. Auch in den Küstenstädten Akko und Naharia gingen am Sonntag mehrere Raketen nieder. Die Israelis brachten Raketenabwehrsysteme vom Typ Patriot bei Haifa und Safed gegen Raketen größerer Reichweite in Stellung.
Die Leichen dreier israelischer Soldaten, die nach einem Angriff der Hizbullah auf ein Kriegsschiff vermißt worden waren, sind am Sonntag geborgen worden. Eine Armeesprecherin bestätigte, die sterblichen Überreste der Männer seien auf See ausfindig gemacht und identifiziert worden.
Papst Benedikt XVI. hat sowohl Terrorismus wie militärische Vergeltung im neuentflammten Nahostkonflikt verurteilt. Zugleich forderte er alle Beteiligten auf, auf den „Weg der Vernunft“ zurückzukehren.
Unverständlich
Adem Zor (AdemZor)
- 16.07.2006, 12:11 Uhr
Die Geister die sie riefen sind nicht mehr zu stoppen
Gottfried Strobel, Ing.i.R. (icc)
- 16.07.2006, 12:35 Uhr
Sehen die Israelis jetzt endlich,
Christoph Isenmann (deguomusilin)
- 16.07.2006, 13:57 Uhr
Hisballah
TOBIAS RÜGER (t.ruger)
- 16.07.2006, 14:03 Uhr
NAHOST INTERVENTION des WELTGEWISSENS ERFORDERLICH
Michael W. PLETSCH (drmwpletsch3)
- 16.07.2006, 14:12 Uhr