22.05.2007 · „Kein Kommandeur der Hamas ist vor einem Angriff sicher“, sagte ein ranghoher israelischer Politiker - eine indirekte Drohung an den palästinensischen Ministerpräsidenten Hanija. Militante Palästinenser setzten die Raketenagriffe auf Israel indes fort.
Die israelische Armee hat bei ihrem Militäreinsatz gegen palästinensische Extremisten auch Hamas-Ministerpräsident Ismail Hanija im Visier. „Kein Kommandeur oder Anführer der Hamas ist vor einem Angriff sicher“, sagte der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Ephraim Sneh am Dienstag in einem Radio-Interview. Denn die Einsatzerlaubnis für die Raketenangriffe der Extremisten auf Israel werde von der politischen Hamas-Führung gegeben. Israels Regierung hat schon mehrfach erklärt, sie schließe Angriffe auf höchste Hamas-Führer nicht aus.
Militante Palästinenser haben das israelische Grenzgebiet am Dienstag erneut mit Kassam-Raketen beschossen. Mindestens drei Geschosse seien im Umkreis der Grenzstadt Sderot eingeschlagen, meldeten israelische Medien. Am Vorabend wurde bei einem Raketeneinschlag in Sderot eine 35 Jahre alte Frau getötet. Sie war das erste Todesopfer der Angriffe seit November.
Solana während tödlichem Angriff in Sderot
Der EU-Chefdiplomat Javier Solana hielt sich während des tödlichen Raketenangriffs in Sderot auf. Er stattete der unter Feuer liegenden Ortschaft gemeinsam mit der israelischen Außenministerin Zipi Liwni einen Solidaritätsbesuch ab.
Verteidigungsminister Amir Perez kündigte weitere Luftangriffe auf den Gazastreifen an. „Solange die Raketen nicht aufhören, hören auch wir nicht auf“, sagte er nach Gesprächen mit Javier Solana.
Die Palästinenser-Gebiete drohten in Anarchie zu zerfallen, warnte er. Israel hat bei seinen Luftangriffen binnen einer Woche mindestens 34 Menschen getötet. Im selben Zeitraum schlugen Armeeangaben zufolge rund 150 Raketen aus dem Gazastreifen ein.