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Krieg im Nahen Osten Israel richtet Sicherheitszone ein

03.08.2006 ·  Im Südlibanon hat Israel die Einrichtung einer mehrere Kilometer breiten „Sicherheitszone“ weitgehend abgeschlossen. An der multinationalen Truppe sollen sich auf Jerusalems Wunsch auch deutsche Soldaten beteiligen.

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Während bei israelischen Luftangriffen, Hizbullah-Raketenangriffen und Gefechten am Donnerstag nach Rundfunkberichten acht Israelis und mindestens drei Libanesen getötet wurden, hat Israel die Einrichtung einer mehrere Kilometer breiten „Sicherheitszone“ an der libanesischen Grenze weitgehend abgeschlossen. Sechs Divisionen waren in rund zwanzig Orten im Gefechtseinsatz. Die Zone ist sechs bis acht Kilometer breit und erstreckt sich vom Mittelmeer bis kurz vor die israelische Grenzstadt Metulla. Nach israelischen Vorstellungen soll dort möglichst bald die geplante multinationale Truppe die Kontrolle übernehmen.

In Interviews mit mehreren ausländischen Zeitungen und Sendern sagte der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert, er würde eine breite Beteiligung an der internationalen Truppe begrüßen. Er nannte dabei neben der Türkei, Saudi-Arabien und Ägypten auch ausdrücklich Deutschland als möglichen Truppensteller. Er erwarte, daß der UN-Sicherheitsrat zu einem Waffenstillstand aufrufen werde. Amerika erwarte aber nicht von Israel, daß es die Kämpfe in den nächsten Tagen einstelle.

Zwei Resolutionen?

Am Sitz der Vereinten Nationen haben amerikanische, britische und französische Diplomaten Fortschritte bei der Erarbeitung von Resolutionsentwürfen zur Beendigung der Krise im Libanon erzielt. Wie Diplomaten in New York mitteilten, arbeitet man an zwei Resolutionen, die zeitlich gestaffelt verabschiedet werden sollen. Begrüßt wurde dieser Ansatz von dem stellvertretenden UN-Generalsekretär Mark Malloch Brown. Zwei oder sogar mehr Resolutionen erlaubten ein schnelleres diplomatisches Vorankommen und ermöglichten eine Einstellung der Kämpfe gleich zu Beginn des Prozesses statt erst am Ende eines „qualvollen, komplexen und langwierigen diplomatischen Verfahrens“, sagte Brown im amerikanischen Fernsehen.

Der sich anbahnende Kompromiß zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich, die unter anderem uneins über den Zeitpunkt einer Waffenruhe sind, besteht laut Brown darin, in der ersten Resolution die Forderung nach einem Ende der Kampfhandlungen mit politischen Prinzipien für eine spätere vollständige Waffenruhe zu kombinieren. Der amerikanische UN-Botschafter Bolton sagte, es gebe weiterhin unterschiedliche Ansichten zur Beendigung der Feindseligkeiten sowie dazu, wie ein dauerhaftes Ende der Kampfhandlungen gewährleistet werden könne. Doch bestehe „nahezu vollständige Einigkeit“ über das grundlegende politische Gerüst, das errichtet werden müsse. Der britische UN-Botschafter Jones Parry sagte, die Bedingungen für eine baldige Verabschiedung einer Resolution hätten sich „erheblich verbessert“.

Werden Iran und Syrien einbezogen?

Nach den Vorschlägen, an denen gegenwärtig gefeilt wird, soll in der ersten Resolution ein Ende der Feindseligkeiten gefordert werden. Zugleich sollen die politischen Prinzipien für eine dauerhafte Lösung des Konflikts zwischen Israel und der Hizbullah niedergelegt werden. Eine zweite Resolution, die nach einem Bericht der Zeitung „New York Times“ etwa zwei Wochen nach der ersten verabschiedet werden soll, wird nach Darstellung von Diplomaten in New York das Mandat für die Friedenstruppe enthalten und eine Pufferzone im Südlibanon vorsehen. Ferner würden dort Bedingungen für eine dauerhafte Waffenruhe genannt, wozu die Entwaffnung der Hizbullah, ein Verbot von Waffenlieferungen und die Stärkung der libanesischen Armee gehörten.

Eine bislang ungelöste Fragen ist, inwieweit Iran und Syrien in die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Konflikts einbezogen werden sollen. Die Vereinigten Staaten lehnen es ab, mit beiden Staaten entsprechende Gespräche zu führen. Nach einem Bericht der Zeitung „Washington Post“ waren aber Vertreter Frankreichs, Spaniens und anderer Staaten in dieser Woche mit Vertretern Syriens und Irans zusammengekommen, um sich deren Unterstützung für eine internationale Friedenstruppe zu versichern.

Untersuchungsbericht zu Kana vorgelegt

In Nordisrael schlugen am Donnerstag wieder Katjuscha-Raketen ein. Der israelische Rundfunk berichtete, sechs israelische Zivilisten seien von Raketen getötet worden. Zwei israelische Soldaten seien bei Gefechten im Süden des Libanons umgekommen. Dafür gab es zunächst keine Bestätigung.

Die israelische Luftwaffe bombardierte am Donnerstag den südlichen Vorort Beiruts, Dahyieh, wo die Hizbullah ihr Hauptquartier hat. Auch Ziele nahe der syrischen Grenze und in der Bekaa-Ebene wurden angegriffen. Bei Taibeh verloren bei einem Luftangriff nach libanesischen Angaben drei Mitglieder einer Familie das Leben. Nach den Worten des libanesischen Ministerpräsidenten Sinioria kamen seit Kriegsbeginn 900 Libanesen ums Leben, 1500 wurden verletzt.

Unterdessen legten die israelischen Streitkräfte ihren Untersuchungsbericht über den Angriff auf ein Wohngebäude in Kana am Sonntag vor, bei dem mindestens 28 Libanesen umgekommen waren. Das Krankenhaus der Stadt hatte ursprünglich von 56 Toten gesprochen; am Donnerstag sagte ein Sprecher der Klinik, 28 Tote seien zu ihnen gebracht worden, darunter 16 Kinder. Allerdings sprechen Libanesen von elf Vermißten in Kana.

„Das ist der Unterschied“

Nach Angaben des israelischen Generalstabs wurde das Gebäude um 0.52 Uhr mit zwei Raketen aus der Luft angegriffen, von denen aber eine ein Blindgänger war. In der Gegend seien weitere Ziele beschossen worden. Die israelische Armee habe die Bewohner des Ortes mehrfach dazu aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Nach ihren Informationen war das angegriffene Gebäude nicht bewohnt, andernfalls wäre es nicht angegriffen worden, hieß es.

Generalstabschef Halutz bedauerte abermals den Vorfall und ordnete an, die Richtlinien für solche Militäraktionen zu überprüfen. „Die Hizbullah stellt libanesische Zivilisten als Schutzschild zwischen sich und uns. Die israelischen Streitkräfte stellen sich selbst als Schutzschild zwischen die israelischen Bürger und den Hizbullah-Terror. Das ist der Unterschied“, sagte Halutz.

Bei einer israelischen Militäraktion kamen am Donnerstag in Rafah im südlichen Gazastreifen nach israelischen Medienberichten sieben bewaffnete Hamas-Mitglieder und ein palästinensischer Junge ums Leben.

Quelle: hcr./gel./Frankfurter Allgemeine Zeitung
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