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Israel Um Sieg und Niederlage

03.01.2009 ·  Ein diplomatischer Geleitzug setzt sich in Richtung Nahost in Bewegung. Doch die Aussichten für eine Vermittlung sind nicht gut. Denn für Israel wie für die Hamas geht es um eine elementare Kraftprobe.

Von Günther Nonnenmacher
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Nun, da alle Aufrufe, den neuerlichen Gewaltausbruch zwischen Israel und der radikal-islamistischen Hamas im Gazastreifen durch eine Feuerpause oder eine Waffenruhe zu stoppen, wirkungslos verhallt sind, setzt sich der diplomatische Geleitzug in Richtung Nahost in Bewegung. Die Europäische Union entsendet eine Delegation, der französische Präsident Sarkozy will eine seit längerem geplante Libanon-Reise nutzen, um Einfluss auf das Geschehen zu nehmen. Doch die Aussichten für eine Vermittlung sind nicht gut.

Zwar zögert Israel, seine Soldaten in Gaza einmarschieren zu lassen, weil das zu einem langen, verlustreichen Guerrilla-Kampf führen würde. Aber die israelische Regierung muss doch Mittel finden, um die permanente Beschießung ihrer Städte durch Raketen wenigstens für eine gewisse Zeit zu unterbinden. Das ist selbst mit den massiven Luftangriffen der vergangenen Tage nicht gelungen - insofern verrät das Zögern auch eine gewisse Ratlosigkeit.

Die Hamas andererseits hat sich auf einen Häuserkrieg in ihrem Herrschaftsgebiet vermutlich vorbereitet. Die militanten Islamisten werden jeden Nadelstich und jede kleine Niederlage, die sie ihrem Gegner zufügen können, zu einem großen Sieg umdeuten. So war das schon im Libanon-Krieg, den die isarelische Armee gegen die Hizbullah führte.

Diplomatie ist die Kunst verbaler Finesse, die es Konfliktparteien erlaubt, einen Kompromiss zu schließen, bei dem alle Seiten das Gesicht wahren können. Genau dies wollen aber weder die Israelis noch die Hamas. Israel will eine Niederlage der Hamas, um seine im Libanon-Krieg verblasste Abschreckungskraft neu zu demonstrieren. Hamas sucht einen „Sieg“ im obengenannten Sinn, um den Muslimen im weiteren Mittleren Osten zu demonstrieren, dass der bewaffnete Kampf gegen die „Juden und Kreuzritter“ nicht sinnlos ist. Und in Teheran werden Fäden gezogen, um den Konflikt noch zu verschärfen.

Angesichts solcher elementarer Kraftproben haben die feinsinnigen Schachzüge der Diplomaten wenig Chancen auf Erfolg. Es kommt hinzu, dass die arabischen Staaten, die vermitteln könnten, zwischen ihrer Abneigung gegen die radikalen Islamisten und der Rücksicht auf die Sympathien ihrer Bevölkerung, hin- und herschwanken. Deshalb wird dieser Krieg, mit allem Leid für die Bevölkerung, weitergehen.

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