21.03.2006 · Die schwedische Außenministerin Laila Freivalds ist zurückgetreten. Ihr wurde unter anderem Fehlverhalten im Umgang mit dem Karikaturenstreit vorgeworfen.
Schwedens Außenministerin Laila Freivalds ist am Dienstag in Stockholm wegen des Streits über die Mohammed-Karikaturen zurückgetreten. Die Sozialdemokratin hatte am Vortag zugeben müssen, daß sie entgegen ersten Angaben an einer Regierungsinitiative zur Schließung einer schwedischen Internetseite mit Mohammed-Zeichnungen beteiligt war. Gegner warfen Freivalds vor, damit die Meinungsfreiheit verletzt zu haben.
Freivalds erklärte, sie könne nun keine „seriöse Außenpolitik“ mehr betreiben. Die momentane Situation sei für sie nicht mehr tragbar, begründete Freivalds laut der schwedischen Nachrichtenagentur IT ihre Entscheidung. Die schwedische Regierung und das Außenministerium würden beschädigt.
Ringholm wird Außenminister
Die 63 Jahre alte Politikerin hatte ihr Amt 2003 als Nachfolgerin der ermordeten Anna Lindh übernommen. Sie wurde in den Medien seit Monaten heftig wegen zögerlichen Verhaltens nach der Tsunami-Katastrophe kritisiert, bei der mehr als 500 schwedische Urlauber in Thailand umkamen. Schweden hatte seinen betroffenen Staatsbürgern damals zunächst keine medizinische Hilfe, Heimflüge oder andere Unterstützung angeboten; Freivalds war am Abend des 26. Dezember zunächst sogar noch in ein Theater gegangen.
Sechs Monate vor der Parlamentswahl ernannte Ministerpräsident Göran Persson seinen Stellvertreter Bosse Ringholm kommissarisch zum Außenminister.