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Terrorismus Al Qaida: Boykottiert die Länder der „Kreuzfahrer“

05.03.2006 ·  Al-Qaida-Vizechef Ajman al Zawahiri hat wegen des Karikaturenstreits zu Anschlägen gegen Länder des Westens aufgerufen. Zudem fordert er einen Wirtschaftsboykott - auch gegen Deutschland.

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Al-Qaida-Vizechef Ajman al Zawahiri hat die Moslems in aller Welt zu Anschlägen gegen Länder des Westens aufgerufen. Vorbild könnten die Angriffe in New York, London und Madrid in den vergangenen Jahren sein, sagte Zawahiri in einer am Samstag über das Internet verbreiteten Tonaufzeichnung.

Im Zusammenhang mit den umstrittenen Mohammed-Karikaturen forderte er die Moslems zu einem Boykott verschiedener Länder, darunter auch Deutschlands, auf. Der radikal-palästinensischen Gruppe Hamas empfahl Zawahiri, bereits unterzeichnete Friedensabkommen mit Israel nicht anzuerkennen.

„Kreuzfahrer des Westens“

Die Moslems müßten „den Kreuzfahrern des Westens mit Anschlägen, besonders auf ihre ökonomische Infrastruktur, Verluste zufügen, an denen sie noch jahrelang bluten“, sagte der Ägypter, der als Stellvertreter des Chefs der moslemischen Extremistenorganisation, Usama Bin Ladin, gilt. „Die Angriffe auf New York, Washington, Madrid und London sind dafür die besten Beispiele.“ Bei diesen Anschlägen waren mehrere tausend Menschen getötet worden. Es müsse verhindert werden, daß der Westen den Moslems das Erdöl raube, sagte Zawahiri.

Das amerikanische Außenministerium wies die Drohungen zurück. Keine Tonaufzeichnung könne die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten schwächen, zusammen mit den Verbündeten den internationalen Terrorismus zu bekämpfen, sagte Außenamtssprecher Justin Higgins.

Wirtschaftboykott wegen Mohanmmed-Bildern

Die Mohammed-Karikaturen bezeichnete Zawahiri als Teil der Strategie der von den Amerikanern angeführten „Kreuzfahrer“ aus dem Westen. Er rief die Moslems zum Boykott der Länder auf, die die Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und damit den Propheten beleidigt hätten. „Es ist unsere Pflicht, an einem massiven Wirtschaftsboykott gegen Dänemark, Norwegen, Frankreich, Deutschland und all die anderen Länder teilzunehmen, die an dem Kreuzfahrer-Angriff gegen den Islam beteiligt sind.“

Die umstrittenen Mohammed-Zeichnungen waren im vergangenen Jahr erstmals in Dänemark veröffentlicht und im Januar in mehreren europäischen Zeitungen nachgedruckt worden, darunter auch Blätter in Deutschland. Die Karikaturen lösten in zahlreichen moslemischen Ländern teils gewaltsame Proteste aus, bei denen diplomatische Vertretungen in Flammen aufgingen und dutzende Menschen starben.

Die palästinensische Hamas forderte Zawahiri auf, auch bereits unterzeichnete Friedensabkommen mit Israel nicht anzuerkennen. „An die Macht zu kommen ist kein Selbstzweck ... und kein Palästinenser hat das Recht, auch nur ein Sandkorn des Bodens abzugeben“, sagte er. „Die Säkularisten in der palästinensischen Regierung haben Palästina für ein paar Brotkrumen verkauft ... Ihnen Legitimität zu verschaffen, ist gegen den Islam.“
Der Hamas-Funktionär Osama Hamdan bekräftigte in einer Stellungnahme zu dem Video, daß seine Organisation die Vereinbarungen mit Israel nicht akzeptiere. „Die Hamas-Bewegung wird die Palästinenser und die islamische Nation nicht verraten“, erklärte Hamdan im Sender Al Dschazira.

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