08.02.2006 · Die internationale Beobachtermission im Westjordanland will die Stadt Hebron wegen Übergriffen militanter Muslime verlassen. Sie reagierte damit auf gewalttätige Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen.
Die internationale Beobachtermission in Hebron im Westjordanland will die Stadt wegen Übergriffen militanter Muslime noch am Mittwoch verlassen. Sie reagierte damit auf gewalttätige Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen.
Elf dänische Mitglieder der Mission hätten bereits Zuflucht in Tel Aviv gesucht, sagte eine Sprecherin der Vorübergehenden Internationalen Präsenz in Hebron (TIPH). Insgesamt gehören der Mission 73 Mitglieder an.
Die TIPH soll durch ihre Anwesenheit in Hebron Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern verhindern. Sie wurde nach dem Massaker im Jahr 1994 in Hebron eingerichtet, bei dem ein jüdischer Siedler 29 Palästinenser getötet hatte. An der TIPH sind zivile Beobachter aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Italien, der Schweiz und der Türkei beteiligt.
Erklärung kann Palästinenser nicht besänftigen
Vor allem Dänen werden in der islamischen Welt seit Tagen angefeindet, weil eine dänische Zeitung Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlicht hatte.
Am Mittwoch hatten Hunderte Palästinenser das Hauptquartier der TIPH angegriffen. Die Männer schleuderten Steine auf das Gebäude und zerstörten mehrere Autos, sagte die Sprecherin der MIssion. Polizeikräfte drängten die Randalierer ab.
Die Beobachtermission hatte in palästinensischen Zeitungen eine Erklärung veröffentlicht, in der „die Aktionen dieser europäischen Zeitungen scharf mißbilligt und verurteilt“ werden. Die Leitung der Beobachtergruppe protestierte zudem bei norwegischen Medien gegen den Nachdruck der Karikaturen.
(Siehe auch: Karikaturenstreit: Bush fordert ein Ende der Gewalt)