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Fußball-WM Blatter: „Iran-Ausschluß für mich undenkbar“

01.03.2006 ·  Fifa-Präsident Joseph Blatter hat Forderungen aus der Politik zurückgewiesen, die iranische Nationalmannschaft von der WM auszuschließen. Irans Innenminister äußerte gleichzeitig seine Sorge um die Sicherheit der Spieler.

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Joseph Blatter hat sich entschieden gegen einen WM-Ausschluß des Irans aus politischen Gründen ausgesprochen. „Das ist für mich undenkbar. Wir würden nie auf Grund irgendwelcher politischer Aussagen einen Verband ausladen“, sagte der Präsident des Welt-Fußballverbandes Fifa in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung. Seine Organisation sei in politischen und religiösen Fragen „absolut neutral“. Mit dieser Aussage ging Blatter auf Forderungen aus der internationalen Politik ein, Iran wegen der völkerrechtswidrigen Aussagen seiner Führung gegen Israel auch im Sport zu isolieren.

Iran fürchtet um Sicherheit der Nationalelf

Irans Regierung fürchtet nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ um die Sicherheit der Nationalmannschaft des Landes während der WM in Deutschland. Irans Innenminister Mostafa Purmohammadi habe gegenüber seinem deutschen Kollegen Wolfgang Schäuble am Dienstag bei der Sicherheitskonferenz in Katar von einer „terroristischen Bedrohung“ gesprochen. Purmohammadi hat Schäuble zu einem Besuch nach Iran eingeladen. Der deutsche Innenminister betonte, daß ihm die Sicherheit der iranischen Nationalmannschaft besonders am Herzen liege.

100 Tage vor WM-Start sieht der Blatter „nach momentanem Stand“ keine Gefahr, daß die WM wegen der Vogelgrippe abgesagt werden könnte. „Aber wenn es sich herausstellen sollte, daß sich die Vogelgrippe zu einer Bedrohung wie Pest oder Cholera entwickelt, wenn Menschen Menschen anstecken, dann muß die Regierung entscheiden. Das müssen wir respektieren. Ganz klar“, sagte der Fifa-Präsident.

„Die WM gehört nicht Deutschland“

Entschieden wandte sich der 69 Jahre alte Schweizer gegen den Vorwurf, die Fifa würde die WM zum Schutze seiner Sponsoren zu sehr reglementieren. „Ich muß das einmal klarstellen: Die WM gehört nicht Deutschland, es ist keine deutsche WM. Es ist die Fifa-WM in Deutschland, die uns auch eine Milliarde Schweizer Franken (640 Mio Euro) kostet“, sagte Blatter. Es könne nicht sein, daß das deutsche Organisationskomitee von der Fifa 250 Millionen Schweizer Franken plus der Einnahme aus dem Ticketverkauf bekomme und andererseits „die Verträge, die mit unseren Partnern bestehen, einfach übergehen“. Er wies auf die „Grundbestimmungen“ hin, auf deren Basis Deutschland die WM bekommen habe. „Die haben das unterschrieben. Und zwar nicht nur der Deutsche Fußball-Bund, sondern auch die Regierung.“

Der Fifa-Präsident kritisierte Versuche, die WM „schlechtzureden. Ich würde mir wünschen, daß jetzt, 100 Tage vor der WM, ein Aufschrei der Begeisterung durchs Land geht: Wir wollen die WM! Wir freuen uns auf die WM.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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