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Karikaturenstreit Dänemark schließt Botschaft in Pakistan

17.02.2006 ·  Wegen anhaltender Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen hat Dänemark seine Botschaft in Pakistan geschlossen. Dort demonstrierten wieder Tausende. Ein islamischer Geistlicher setzte ein Kopfgeld auf die Zeichner aus.

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Dänemark hat wegen der anhaltenden Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen vorübergehend seine Botschaft in Pakistan geschlossen. Der dänische Botschafter soll aber an einem sicheren Ort in Pakistan bleiben. Das pakistanische Außenministerium teilte mit, es habe seinen Botschafter in Dänemark zu Beratungen einbestellt.

Am Freitag sind nach den blutigen Protesten der vergangenen Tage, bei denen fünf Personen ums Leben kamen, wieder mehrere tausend Menschen auf die Straßen gegangen. Die Polizei ging an einigen Orten mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor, die auch gegen Präsident Pervez Musharraf gerichtete Losungen riefen. In Lahore verhängten die Behörden Hausarrest gegen einen Führer der islamistischen Gruppe Jamaat al Dawat.

Kopfgeld und ein Auto

In Peshawar haben ein islamischer Geistlicher und zwei seiner Anhänger während der Freitagsgebete ein Kopfgeld auf die Zeichner der Mohammed-Karikaturen ausgesetzt. Wer dänische Karikaturisten töte, solle zusätzlich ein Auto erhalten. „Wenn der Westen ein Kopfgeld auf Usama bin Ladin und Sauahri aussetzen kann, können wir auch einen Preis für die Tötung des Mannes aussetzen, der für den Frevel am heiligen Propheten verantwortlich ist“, sagte der Geistliche der Nachrichtenagentur Reuters.

Bin Ladin ist der Chef der Terrororganisation Al Qaida, Ajman al-Sauahri sein Stellvertreter. Über die Höhe des Kopfgeldes gab es unterschiedliche Angaben. Es soll mehr als eine Million Dollar betragen.

„Spielt nicht mit unserer Religion“

Demonstrationen gegen die Mohammed-Karikaturen gab es am Freitag auch in Hongkong, Malaysia und Bangladesch. In der chinesischen Wirtschaftsmetropole Hongkong gingen nach Angaben der Organisatoren etwa 3000 Menschen auf die Straße, in der Mehrzahl dort lebende Pakistaner, Inder, Indonesier und Sri Lanker. „Spielt nicht mit unserer Religion“, stand auf einem Transparent. Bei der bisher größten Kundgebung in Malaysia verbrannten nach Behördenangaben etwa 3000 Muslime eine Puppe des amerikanischen Präsidenten Bush und forderten einen Boykott dänischer Waren.

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (RSF) fordert die sofortige Freilassung von sieben Journalisten, die wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Syrien, Jemen und Algerien in Haft sind. „Was man auch immer von den Zeichnungen halten mag oder von der Frage einer Veröffentlichung, es ist absolut ungerechtfertigt, Journalisten deshalb zu inhaftieren oder zu verfolgen, sie mit dem Tod zu bedrohen oder Zeitungen zu schließen“, heißt es in einer Erklärung der Organisation.

Reporter inhaftiert, Zeitungen geschlossen

13 Publikationen in Algerien, Marokko, Jordanien sowie Jemen, Malaysia und Indonesien sind laut RSF zeitweise oder auf Dauer geschlossen worden, weil sie die Karikaturen nachgedruckt hatten. RSF hatte schon zuvor kritisiert, manche Regierung nutze den Karikaturenstreit, um gegen unliebsame Medien vorzugehen.

In Rußland hat die Stadtregierung von Wolgograd am Freitag beschlossen, die Lokalzeitung „Gorodskije Westi“ zu schließen. Die Zeitung hatte dieser Tage eine Karikatur veröffentlicht, die Moses, Jesus Christus und Buddha vor einem Fernseher zeigt. Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie sich zwei Gruppen aufgebrachter Menschen bedrohen und mit Steinen bewerfen. Moses werden die Worte in den Mund gelegt: „Also, das haben wir sie nicht gelehrt.“

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