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Dokumentation Gemeinsame Erklärung von EU, UN und Islamischer Konferenz

08.02.2006 ·  In einem eindringlichen Appell haben die Vereinten Nationen, die EU und die Organisation der Islamischen Konferenz die Demonstranten gegen die Mohammed-Karikaturen zur Ruhe aufgerufen und zugleich Verständnis geäußert. Der Text im Wortlaut.

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Die Vereinten Nationen (UN), die Europäische Union (EU) und die Organisation der Islamischen Konferenz haben die muslimischen Demonstranten gegen die in Europa veröffentlichten Mohammed-Karikaturen eindringlich zur Ruhe aufgerufen. Die Erklärung wurde am Dienstag abend gemeinsam von UN-Generalsekretär Kofi Annan, dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana und dem Generalsekretär der Islamischen Konferenz, Ekmelettin Ihsanoglu, veröffentlicht. FAZ.NET dokumentiert sie in einer offiziellen Übersetzung der UN:

„Wir sind tief bestürzt über die Folgen der Veröffentlichung der beleidigenden Karikaturen des Propheten Mohammed vor einigen Monaten in Dänemark, des Wiederabdrucks durch einige europäische Zeitungen und der Gewalttaten, die daraufhin erfolgt sind.

Die Verärgerung der muslimischen Welt über die Publikation dieser beleidigenden Karikaturen wird von allen Menschen und Gesellschaften geteilt, die Verständnis für die Sensitivität religiöser Überzeugungen haben. In allen Gesellschaften muß Sensitivität und Verantwortung bei der Behandlung von Themen gezeigt werden, die für die Anhänger einer Glaubensrichtung von besonderer Bedeutung sind. Das gilt auch für diejenigen, die nichts mit diesem Glauben zu tun haben.

Für uns gibt es kein Rütteln an der Meinungsfreiheit. Aber wir verstehen die tiefe Verletzung und weitverbreitete Verärgerung in der muslimischen Welt. Wir glauben, daß die Pressefreiheit Verantwortung und Diskretion umfassen und alle Glaubensrichtungen und Grundsätze beinhalten muß.

Umgekehrt gehen die jüngsten Gewaltakte im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen über die Grenzen eines friedlichen Protests hinaus. Ganz besonders verurteilen wir die bedauerlichen Anschläge auf diplomatische Vertretungen wie in Damaskus, Beirut und anderswo. Aggressionen gegen das Leben und den Besitz anderer schaden dem Ansehen eines friedfertigen Islams.

Die Vorfälle lassen einen verstärkten Dialog zwischen Anhängern verschiedener Religionen noch dringlicher erscheinen. Wir rufen alle Seiten zu Ruhe und Besonnenheit im Sinne der Freundschaft und des gegenseitigen Respekts auf.“

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