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Reiterin Britta Näpel Aller guten Dinge sind drei

10.09.2008 ·  Britta Näpel gewinnt auch noch Bronze in Hongkong

Von Julia Roebke
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Die deutschen Reiter haben bei den Paralympics in Hongkong auch am Mittwoch wieder positiv zur Medaillenbilanz beigetragen. Britta Näpel gewann in der Kür der Schadensklasse II mit ihrem Wallach Cherubin Bronze. „Es war gigantisch“, sagte Britta Näpel nach dem Ritt. Der Druck, Edelmetall mit nach Hause zu bringen, sei für sie schon mit dem Gewinn der Goldmedaille in der Einzelwertung am Montag gewichen.

Seit Dienstagabend kann sich Britta Näpel zusammen mit Angelika Trabert, Steffen Zeibig, Hannelore Brenner und Bettina Eistel auch über die Silbermedaille in der Teamwertung freuen. „Da habe ich die Kür zur Musik von Anastacia einfach nur genossen“, sagt die 42 Jahre alte Pferdewirtschaftsmeisterin aus Wonsheim, die seit einer Vergiftung durch Insektenschutzmittel im Jahr 1998 an spastischen Lähmungen leidet.

Daumendrücken für die Kollegen

Die beiden schon siegreichen Reiterinnen in der Schadensklasse III, Hannelore Brenner (Gold in der Einzelwertung mit Women of the World) und Bettina Eistel (Bronze mit Fabuleux) bestreiten an diesem Donnerstag noch die Kür. Ihrer Freundin wird Britta Näpel dabei ganz besonders die Daumen drücken: „Bettina hat mir Cherubin vor vier Monaten zur Verfügung gestellt, als mein Pferd plötzlich krank wurde“, sagt sie. „Dafür bin ich ihr ganz besonders dankbar.“

Britta Näpel wird sich am Freitag mit drei Medaillen im Gepäck und gemeinsam mit dem Pferd wieder auf den Weg nach Deutschland machen. Die Medaillen könne sie natürlich behalten, Cherubin müsse sie jedoch wieder an ihre Freundin zurückgeben. „Der ist leider unverkäuflich.“

Wenn Zuschauer mit den Fächern wedeln

Wie Britta Näpel schwärmt auch die deutsche Paralympic-Reiterin Angelika Trabert aus Dreieich von der tollen Atmosphäre auf dem Gelände des Hongkong Jockey Clubs. Dort fanden auch schon die Wettbewerbe der olympischen Reiterspiele statt. Mit insgesamt 73 Teilnehmern aus 28 Nationen und gut 80 Pferden sind es bei den Meisterschaften der körperlich behinderten Sportler jedoch längst nicht so viele Reiter wie bei den Olympischen Spielen.

„Die Stimmung ist super und das Stadion fast voll“, sagte Angelika Trabert. Doch es hat auch seine Nachteile, so viele Zuschauer zu haben, die sich alle mit ihren Fächern Luft zuwedeln: „Viele Pferde haben gescheut, auch meine Stute Londria. So etwas sind sie einfach nicht gewöhnt.“

Freikarten für Schüler

Damit die Ränge bei den Reiterspielen der körperlich Behinderten auch wirklich voll werden, helfen auch die Organisatoren ein wenig nach. Vorsorglich verteilen sie täglich 2400 Freikarten, sogenannte „Education Tickets“. Vorwiegend Schüler, aber auch Vertreter kultureller und sozialer Einrichtungen sind dabei, wenn sich Leistungssportler mit Handicap messen.

Damit sich das Publikum nicht, wie schon bei den Reiterspielen der Nichtbehinderten, in der Dressur arg langweilte und massenhaft das Weite suchte, wurde diesmal umfassend informiert. Denn was bei den paralympischen Reiterwettbewerben zu sehen ist, ist Dressur, Dressur und nichts als Dressur. Für behinderte Reiter gibt es bei den Spielen nur diese einzige Disziplin des Pferdesports. Mit der Aufteilung in unterschiedliche Schadensklassen sind dafür insgesamt 27 Medaillen zu gewinnen, also mehr als unlängst für Dressur, Vielseitigkeit und Springen zusammen.

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