08.09.2008 · Die Dressurreiterin Britta Näpel hat die erste Goldmedaille für das deutsche Team bei den Paralympics geholt. Zudem holten die deutschen Athleten am zweiten Wettkampftag noch sechsmal Silber und zweimal Bronze.
Die Dressurreiterin Britta Näpel hat die erste Goldmedaille für das deutsche Team bei den Paralympics geholt. Die 42 Jahre alte Weltmeisterin von 2007 aus Wonsheim in Rheinland-Pfalz absolvierte am Montag bei den Wettkämpfen in Hongkong auf Cherubin die Individualprüfung der Startklasse Grad II als beste Athletin. Zweite wurde Lauren Barwick (Kanada) vor der Dänin Caroline Neilsen. „Ich bin sprachlos. Es ist wirklich ein Traum wahr geworden“, sagte die Spastikerin. „Ich habe mich gestern schrecklich gefühlt, weil Cherubin nicht das tun wollte, was ich wollte. Es lag vermutlich an der Hitze hier.“
Insgesamt holten die deutschen Athleten am zweiten Wettkampfmorgen neun Medaillen, neben der goldenen für Näpel noch sechsmal Silber und zweimal Bronze.
Marianne Buggenhagen: Bronze mit 55 Jahren
Drei Weltrekorde reichten den deutschen Athleten nur zu Silber. Andrea Hegen (Leverkusen), der von Geburt an der linke Unterarm fehlt, legte im Speerwurf die Bestmarke von 39,23 Metern vor, wurde danach aber von der Chinesin Juan Yo (40,51 m) übertroffen. Der Rekord bleibt der Leverkusenerin aber erhalten, da die Asiatin einer anderen Klasse angehört.
Mit der Kugel reichte der Weltrekord von Martina Willing (Brandenburg/8,61 m) nicht für Gold, da die stärker behinderte Eva Kacanu aus Tschechien trotz 6,73 Metern durch einen entsprechenden Faktor mehr Punkte vorweisen konnte. Die 55 Jahre alte Marianne Buggenhagen (Berlin) holte bei ihren fünften Paralympics mit 8,54 Metern Bronze.
Natalie Simanowski: Nach einem Messer-Attentat gelähmt
Silber gewann im 500-m-Zeitfahren die nach einem Messer-Attentat gelähmte Bahnradfahrerin Natalie Simanowski (Augsburg), aktuelle Behindertensportlerin des Jahres. Ihr Weltrekord wurde von der siegreichen Neuseeländer Paula Tesoriero um mehr als 0,7 Sekunden unterboten.
Die sehbehinderte Ramona Brussig (Schwerin) verpasste in der Judo-Klasse bis 57 Kilogramm die Wiederholung ihres Triumphes von Athen durch eine Final-Niederlage gegen die Chinesin Wang Lijing. Der gelähmten Schwimmerin Kirsten Bruhn aus Neumünster blieb über 100 Meter Freistil Bronze.
Der querschnittsgelähmte Sportschütze Norbert Gau (München) holte mit dem überraschenden Luftgewehr-Silber als erster deutscher Mann eine Medaille. Ihm folgte der armamputierte Radfahrer Wolfgang Sacher (Penzberg) als Zweiter in der Einerverfolgung.