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Der 1. Wettkampftag Manuela Schmermund und Maria Götze holen Silber

07.09.2008 ·  Das geht gut los für die deutsche Paralympics-Mannschaft. Luftgewehrschützin Manuela Schmermund holte Silber wie auch Schwimmerin Maria Götze. Unterdessen wurde eine Leichtathletin ausgeschlossen - weil sie nicht blind genug ist.

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Während beim Trainer die Tränen kullerten, war Manuela Schmermund nach der ersten Medaille für das deutsche Paralympics-Team in Peking einfach nur erleichtert. Der Druck als Titelverteidigerin sei enorm groß gewesen, „das schüttelt man nicht so einfach ab“, sagte die querschnittsgelähmte Luftgewehrschützin, die nach Platz vier in der Qualifikation erst einmal ihren Wutanfall in den Griff bekommen musste.

Nach einer kurzen, aber intensiven Auswertung mit ihrem Trainer Uwe Knapp erkämpfte sie dann noch die Silbermedaille. „Der Vorkampf war eine Katastrophe. Da sagte ich mir, mache was du kannst und mache es gescheit.“ Im Finaldurchgang am Sonntag über die Distanz von zehn Metern hatte die 36 Jahre alte Favoritin von der SG Mengshausen ihre Nerven dann besser im Griff.

„Die Medaille wird die Mannschaft in Gang bringen“

Mit einer 10,6 im vierten Durchgang katapultierte sie sich auf den zweiten Rang. Nur an die souveräne Slowakin Veronika Vadovicova, die in der Endauswertung mit 494,8 Ringen einen souveränen Vorsprung von 4,6 Zähler hatte, kam sie nicht mehr heran.

„Sonst hatte die Slowakin ihre Nerven nicht im Griff, aber diesmal hat sie durchgezogen. Das verdient absoluten Respekt“, meinte Knapp, dem mit einiger Verzögerung „ein Stein vom Herzen gefallen ist. Die Medaille wird die gesamte Mannschaft in Gang bringen, dies war die Initialzündung.“ Nur Minuten nach dem Finale, bei dem Nilda Lopez Gomez aus Puerto Rico Dritte wurde, war der Cheftrainer noch etwas enttäuscht.

„Unser Team wurde hier fantastisch aufgenommen“

„Gold war das Ziel, Manuela war so gut drauf“, meinte Knapp nach dem Wechselbad der Gefühle. Die vierfache Europameisterin Manuela Schmermund, die den Sport seit zehn Jahren betreibt, nahm den Rummel um ihre Person gelassen und hatte vielmehr Augen für das Drumherum.

„Unser Team wurde hier fantastisch aufgenommen, die Schießanlagen sind so gigantisch und genial, dass ich noch nicht einmal Zeit hatte, alles zu sehen“, sagte die Hessin, die vor allem vom Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler in Peking angetan war: „Dies zeigt seine Wertschätzung uns gegenüber.“ Das Staatsoberhaupt hatte am Sonntag jedoch die Bahnrad-Wettbewerbe ins Visier genommen und damit die erste deutsche Medaille verpasst.

Auch Maria Götze holt Silber für das deutsche Team

Nach Manuela Schmermund sorgte auch Schwimmerin Maria Götze für Freude im deutschen Lager. Sie gewann zum siebten Mal in ihrer Karriere eine Medaille bei den Paralympics. Bei den Spielen in Peking gewann die kleinwüchsige Schwimmerin in 3:14,59 Minuten die Silbermedaille über 200 Meter Lagen. Die Amerikanerin Miranda Uhl gewann in der Weltrekord-Zeit von 3:13,05 Minuten Gold.

Die 27 Jahre alte Chemnitzerin Maria Götze hatte in Atlanta 1996 Gold über 50 Meter Schmetterling gewonnen, errang nun ihre insgesamt dritte Silbermedaille und holte bereits dreimal Bronze. Eine weitere Medaille gab es im Judo. Die sehbehinderte Carmen Brussig vom PSV Schwerin holte sich in der Judo-Klasse bis 48 Kilogramm Bronze.

Leichtathletin ausgeschlossen - weil sie nicht blind genug ist

Unterdessen wurde eine australische Leichtathletin kurz vor dem Start der Paralympics ausgeschlossen - weil sie nicht blind genug ist. Eigentlich wollte die 22-jährige Jessica Gallagher gleich in fünf Disziplinen starten (Diskus, Kugel, Weitsprung, 100 Meter und 200 Meter), doch bei einer abschließenden Untersuchung wurde festgestellt, dass das linke Auge zu viel Sehkraft hat.

Nach Angaben eines australischen Teamsprechers sei die Athletin aber nicht niedergeschlagen. Sie hätte gewusst, dass sie ein Grenzfall sei. Gallagher will nun für die Winterspiele 2010 trainieren. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) erlaubte ihr, während der Spiele in Peking im Athletendorf wohnen zu bleiben, um ihr Team zu unterstützen.

Mehr Interesse an Paralympics als an Deutschland-Tour

Der Paralympics-Auftakt hat derweil in Deutschland 1,2 Millionen Sportfans vor die Fernsehgeräte gelockt. Sie verfolgten am Samstag die dreistündige Live-Übertragung der Eröffnungsfeier aus Peking. Das ZDF erreichte nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 11,5 Prozent.

Das Interesse für die Paralympics war damit größer als für das Finale der Deutschland-Tour im Radsport. Die achte und letzte Etappe kam in der ARD nur auf 1,1 Millionen Zuschauer und auf einen Marktanteil von 9,0 Prozent.

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