15.10.2008 · Bilder statt Bücher: Caricatura, das neue Museum für Komische Kunst, ist ein guter Fluchtort für müde Messebesucher. Die weltweisen, menschenfreundlichen und hochkomischen Bilder von Bernd Pfarr sollte sich niemand entgehen lassen.
Von Konstanze CrüwellZum Glück führt mein Weg oft an Caricatura, dem neuen Museum für Komische Kunst im gotischen Leinwandhaus vorbei. Gleich am Eingang weist Hans Traxlers prachtvolle Elch-Skulptur auf die Neue Frankfurter Schule hin, die hier ein würdiges Domizil erhalten hat. Ich liebe dieses Museum, in dem oft leises und lautes Lachen zu hören ist. Und ich liebe die weltweisen, menschenfreundlichen und hochkomischen Bilder des viel zu früh gestorbenen Bernd Pfarr, dem die erste Sonderausstellung gewidmet ist.
„Herr Borsig hatte in seinem Leben vieles falsch gemacht. Er beschloss daher, noch einmal ganz von vorne anzufangen“ steht unter dem Bildnis eines älteren Herrn, der mit Bauklötzchen spielt. Was an G.B. Shaws unerfüllbaren Wunsch erinnert, die Entscheidung für Beruf und Ehepartner im Alter treffen zu können, erst dann habe man die Übersicht.
Dann wandere ich in den zweiten Stock, wo F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F.K. Waechter mit wechselnden Zeichnungen präsent sind. Das deutsche Wohnmobil in der Wüste bei Timbuktu mit der klassischen Gattin, die einen Eingeborenen fragt: „Avez-vous des Staubsaugerfilterbeutel?“ möchte ich hier aber immer sehen.