18.09.2008 · In einer Umfrage von Infratest-dimap liegt die CSU zehn Tage vor der Landtagswahl nur noch bei 47 Prozent. Immer weniger Bayern wünschen sich weiter eine Alleinregierung der Christsozialen. Ministerpräsident Beckstein büßt stark an Zustimmung ein.
Die CSU muss verstärkt um ihre absolute Mehrheit in Bayern bangen. Die jüngste Umfrage für die ARD sieht die CSU eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl bei 47 Prozent. Damit würden die Christsozialen erstmals seit 1970 unter die 50-Prozent-Marke fallen. Außerdem wünschen sich nur 38 Prozent der Bayern weiter eine Alleinregierung der CSU.
Noch könnte die Regierungspartei aber ihre absolute Mehrheit im Landtag knapp verteidigen. Sie bekäme mehr Sitze als die Oppositionsfraktionen, die zusammen auf 45 Prozent kämen. Die SPD liegt den Angaben vom Donnerstag zufolge bei 21 Prozent. Es folgen die Grünen mit neun Prozent und die FDP mit acht Prozent. Auch die Freien Wähler könnten mit sieben Prozent den Einzug in den Landtag schaffen. Die Linke kommt dagegen nur auf vier Prozent.
Das Institut Infratest-dimap hatte von Montag bis Mittwoch dieser Woche tausend Wahlberechtigte in Bayern befragt. Davon sagten 74 Prozent, ihre Entscheidung stehe bereits so gut wie fest. Unentschlossen zeigten sich noch 26 Prozent. Zuletzt hatte eine Forsa-Umfrage aus der vergangenen Woche die CSU bei 50 Prozent und die SPD bei 19 Prozent gesehen.
Stoiber: „Mit 49 Prozent nicht zufrieden geben“
Der frühere Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber warnte derweil seine Partei vor Verzagtheit. Man dürfe nicht „mit hängenden Schultern“ das Wahlergebnis abwarten, sondern müsse „bayerisch selbstbewusst auftreten“, mahnte Stoiber am Mittwochabend auf einer Veranstaltung in Freising. Niemand dürfe sich zufrieden geben und denken „49 Prozent sind auch was“. Stoiber betonte, so eine Haltung sei gefährlich: „Das ist nicht der Mythos der CSU.“
Zugleich appellierte der CSU-Ehrenvorsitzende an die Wähler: „Vertrauen Sie weiterhin dieser Partei. Geben Sie dieses Vertrauen auch meinen Nachfolgern Günther Beckstein und Erwin Huber.“ (Siehe auch: Stoiber watscht Beckstein und Huber: „Das ist nicht der Mythos CSU“)
Der neuen Umfrage zufolge wünschen sich 54 Prozent der Bayern ein Ende der CSU-Alleinregierung nach der Landtagswahl. Dass die CSU wieder die absolute Mehrheit erreichen wird, glauben 48 Prozent der Befragten. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als im Juli. Ebenfalls 48 Prozent glauben dies mittlerweile nicht (plus 4)
Beckstein verliert an Zustimmung
Vor dem Fernsehduell an diesem Abend im Bayerischen Fernsehen lag Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) weiter klar vor SPD-Spitzenkandidat Franz Maget. In der Direktwahlfrage büßt Beckstein allerdings im Vergleich zum Juli stark an Zustimmung ein, liegt aber weiter klar vor dem SPD-Spitzenkandidaten Franz Maget. Könnten die Bayern den Ministerpräsidenten direkt wählen, würden sich den Angaben zufolge 47 Prozent (minus 11) für den Amtsinhaber und 23 Prozent (minus 1) für seinen Herausforderer entscheiden.
Deutschland freut sich
Winfried Sobottka (Fritz-Deutscher)
- 19.09.2008, 00:06 Uhr
Verbeamtung der Politik oder wann komt die "Online-Demokratie"..
Faruk Yalcin Dinc (fereli)
- 19.09.2008, 00:36 Uhr
Warum werden "Unter-5%-Parteien" bei solchen Aussagen nicht berücksichtigt?
Normann Hillesheim (EinTon)
- 19.09.2008, 00:45 Uhr
Solche Umfrageergebnisse helfen der CSU
Marvin Parsons (mapar)
- 19.09.2008, 13:42 Uhr