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Simon Rolfes im Gespräch „Wir waren sehr cool“

20.06.2008 ·  Wegen der übermächtigen Konkurrenz von Torsten Frings kam Simon Rolfes in der Nationalelf bislang kaum zum Zuge. Nun vertrat er den verletzten Frings aber so gut, dass der nicht vermisst wurde. Im FAZ.NET-Gespräch redet Rolfes über den Sieg gegen Portugal und seine Ambitionen.

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Simon Rolfes hat auf der Position des defensiven Mittelfeldspielers Torsten Frings als Konkurrenten. Wegen dieser übermächtigen Konkurrenz kam der Leverkusener in der Nationalelf kaum zum Zuge. Anders als bei Bayer, wo der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler zu den spielbestimmenden Figuren gehört. In seinem elften Länderspiel vertrat Rolfes gegen Portugal den verletzten Frings aber so gut, dass der Bremer nicht vermisst wurde.

Eine glanzvolle Wende – und die Fußballbegeisterung ist nach Deutschland zurückgekehrt. Wie haben Sie das Comeback der Nationalelf auf dem Platz erlebt?

Als Fußballer träumt man doch von solchen Spielen. Um so etwas zu erleben, trainiert und arbeitet man hart. Jeden Tag. Im Spiel lief bei uns alles sehr geordnet ab. Sehr cool. Wir haben sehr früh attackiert und die Portugiesen nicht so ins Spiel kommen lassen, wie sie das üblicherweise gewohnt sind. Das war einer der Schlüssel zum Sieg.

Welche Bedeutung hat der Sieg gegen Portugal für Sie?

Das Spiel war das wichtigste meiner Karriere. Es war das zweite, in dem ich von Beginn an in der Nationalmannschaft zum Einsatz gekommen bin. Das Ergebnis kann sich für uns alle sehen lassen – nicht nur für mich. Ich bin sehr zufrieden.

Viel ist jetzt die Rede vom Systemwechsel. Welchen Einfluss hat die taktische Umorientierung auf das Spiel der Mannschaft gehabt?

Wir waren uns vom Anpfiff an sehr sicher. Das System verleiht einem gerade in der Defensive viel Stärke. Es war uns bewusst, dass wir dort gut stehen werden. Außerdem konnten wir davon ausgehen, dass wir anders als in den ersten drei Spielen mehr Torchancen bekommen werden gegen die Portugiesen. Die Konstellation im Mittelfeld ist bei dieser Spielweise sehr günstig. Unsere Überlegungen konnten wir dann auch auf dem Platz in die Tat umsetzen. Wir waren von Beginn dieses Spiels optimistisch gestimmt und positiv gespannt. Das machte es auch mir als neuen Spieler leicht, mich schnell in das Gefüge zu integrieren, ohne Unsicherheit.

Wie haben Sie sich auf das wichtigste Spiel Ihrer Karriere vorbereitet?

Ganz normal. Durch die Rippenverletzung von Torsten Frings ahnte ich ja schon, was auf mich zukommen könnte. Ich war gedanklich auf alles vorbereitet. Am Morgen vor dem Spiel sagte mir der Trainer dann, dass ich spielen werde. Ich bin die Situationen im Kopf durchgegangen, habe mich auf die portugiesischen Spieler eingestellt und mir mein Spiel vor Augen geführt. Wir werden ja auch sehr gut eingestellt von den Trainern. Dann habe ich noch einen Mittagsschlaf gehalten – und los ging es. Nichts Besonderes, alles so wie immer in der Vorbereitung auf ein Spiel.

Im Halbfinale wird der sonst auf Ihrer Position gesetzte Torsten Frings wohl wieder fit sein. Kämpfen Sie um Ihren Platz?

Ich kämpfe immer um meine Chancen. Ich bereite mich immer auf einen Einsatz vor. Aber über die Aufstellung im Halbfinale mache ich mir keine Gedanken. Ich bin froh, dass wir weitergekommen sind. Und ich bin dabei einen Schritt nach vorne gegangen. Ich bin glücklich. Aber Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, wie wir ja gesehen haben in der Vorrunde dieser Europameisterschaft. Alles kann plötzlich ganz anders kommen.

Aufgezeichnet von Michael Ashelm.

Quelle: F.A.Z.
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