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Schweinsteigers Bekenntnisse „Ich habe etwas gut zu machen“

18.06.2008 ·  Bastian Schweinsteiger hat eine durchwachsene Saison hinter sich. Bei der Euro fiel er mit einer Hinausstellung auf, zudem hat er Ärger mit einem ehemaligen Berater. Folgt gegen seinen Lieblingsgegner nun ein Befreiungsschlag?

Von Marc Heinrich, Ascona
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Nur auf den ersten, flüchtigen Blick verlief dieser Frühsommer durchaus erfreulich für Bastian Schweinsteiger: „Ich habe tolle Hotels gesehen und gutes Essen bekommen“, fasste der Nationalspieler am Mittwoch seine aktuell vorherrschenden Eindrücke von dieser Europameisterschaft zusammen. Rundum zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung in Österreich und der Schweiz ist der Münchner Mittelfeldspieler bei aller Wertschätzung für den Komfort und den Luxus, den die Quartiere der deutschen Mannschaft bieten, jedoch nicht.

„Ein bisserl enttäuscht und frustriert“, sei er schon über den bisherigen Verlauf des Turniers, sagte der Münchner, zeigte sich aber zuversichtlich, dass es in seiner persönlichen Achterbahn der Gefühle alsbald wieder aufwärts geht. Schon an diesem Donnerstag, wenn Schweinsteigers Sperre nach der Roten Karte für seine Unsportlichkeit in der Partie gegen Kroatien abgelaufen ist, darf er wieder ran. Den Sieg gegen Österreich erlebte er in Wien noch als unfreiwilliger Tribünen-Nachbar von Joachim Löw.

Der Portugiesenschreck

Für die Startelf im Viertelfinale gegen Portugal in Basel ist er dagegen gesetzt, wie der Bundestrainer ungewöhnlich früh durchblicken ließ. Löw sieht den links wie rechts an der Außenlinie verwendbaren Allrounder in „einer Bringschuld gegenüber uns allen“. Der Rückkehrer, so die Hoffnung, müsse „vor Motivation und Energie strotzen“. Schweinsteiger, der bis dahin nur zweimal als Ersatzkraft eingewechselt wurde, soll in dem K.o.-Duell von Beginn an mit seiner Laufstärke, der Finesse im Zweikampf und seiner Torgefahr dem Offensivspiel frischen Schwung verleihen.

Der Schachzug ist aus taktischen Gründen naheliegend, denn im Team von Trainer Felipe Scolari verbreitet der für viele Portugiesen kaum aussprechbare Name Schweinsteiger Angst und Schrecken. Vor allem bei Torhüter Ricardo, den er beim 3:1-Sieg im „kleinen Finale“ bei der Weltmeisterschaft 2006 mit zwei fulminanten Weitschüssen bezwang. Und in der folgenden Saison überwand der Scharfschütze Ricardo auch in der Champions League beim 1:0 der Bayern bei Sporting Lissabon - abermals aus annähernd dreißig Metern. „Natürlich spielt die Vorgeschichte im Kopf eine Rolle. Ich freue mich auf das Wiedersehen“, sagt Schweinsteiger und grinste schelmisch; das Entzücken auf der anderen Seite dürfte sich in engen Grenzen halten.

„Ich habe etwas gut zu machen“

Schweinsteiger ist aber auch aus anderen Gründen hochmotiviert. „Ich habe etwas gut zu machen und will mithelfen, dass wir gewinnen“, verkündete der Dreiundzwanzigjährige vor der Abreise aus dem Quartier am Lago Maggiore in den knapp dreihundert Kilometer entfernten Spielort. Der Fehler, den Gegner zu unterschätzen, würde weder ihm noch einem seiner Mitstreiter unterlaufen, versicherte er. Portugal sei in den zurückliegenden Monaten noch reifer geworden und „wirklich sehr, sehr stark“.

Schweinsteiger sieht die Portugiesen als „den großen Favoriten“ des Turniers, aber Furcht ist ihm fremd. „Ganz im Gegenteil: Wenn, dann müsste jemand anderes Angst haben“, meinte er keck. „Wir müssen von Beginn an powern und Gas geben, das ist unsere Chance.“

Ärger mit ehemaligem Berater

Wie auch immer die Bergtour weitergeht, ob sie mit dem Sturz aus dem Basislager endet oder dem Eintrag ins Gipfelbuch am 29. Juni: Nach der Europameisterschaft und der Rückkehr in die Heimat droht ihm auf jeden Fall neues Ungemach. Zur Abwechslung juristischer. Am Mittwoch wurde bekannt, dass ein ehemaliger Berater Schweinsteigers den Profi verklagte, weil dieser ihm Honorare schuldig geblieben sein soll.

Der Mönchengladbacher Rechtsanwalt Gerrit Hartung fordere 28.000 Euro von dem Nationalspieler, meldete die Deutsche Presse-Agentur. Die Zivilkammer des Landgerichts München I bestätigte, dass die erste Verhandlung in der Sache für den 24. Juli angesetzt wurde.

In einem zweiten, noch nicht terminierten Verfahren will sein früherer Manager weitere 800.000 Euro einklagen. Eine Menge Geld auch für einen Besserverdiener wie Schweinsteiger. Die EM-Prämie in Höhe von einer Viertelmillion Euro, die der DFB im Falle des Titelgewinns an seine Auswahlakteure ausschüttet, käme ihm auf jeden Fall wohl nicht ungelegen.

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