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Podolski hat Geburtstag „Ich habe ein polnisches Herz“

04.06.2008 ·  Lukas Podolski wurde am 4. Juni 1985 in Gleiwitz (Gliwice) in Polen geboren. Seit 2004 ist er deutscher Fußball-Nationalstürmer. „Ich bin keiner, der Party macht“, sagt das Geburtstagskind im FAZ.NET-Interview - und wünscht sich einen Auftaktsieg gegen Polen.

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An diesem Mittwoch wurde Lukas Podolski 23 Jahre alt, aber groß gefeiert wurde nicht. „Ich bin keiner, der Party macht“, sagt der deutsche Stürmer mit polnischen Wurzeln, der dem Auftaktspiel gegen Polen besonders entgegen fiebert.

Herzlichen Glückwunsch. Sie kommen wohl selbst an Ihrem Geburtstag nicht von der Nationalmannschaft los?

Ich kenne das fast schon gar nicht mehr anders. 2004, 2005 und 2006 habe ich meinen Geburtstag auch bei der Nationalmannschaft verbracht. Aber da wird nicht groß gefeiert. Die Mannschaft hat beim Training kurz gratuliert. Das reicht. Zu Hause mache ich an meinem Geburtstag sonst auch nicht viel. Ich bin keiner, der Party macht. Da gibt's am Nachmittag Kuchen mit der Familie, abends gehen wir in ein Restaurant. Mehr muss nicht sein.

Haben Sie denn vor der EM einen besonderen Geburtstagswunsch?

Vor allem Gesundheit für meinen Sohn. Das ist ja mein erster Geburtstag als Papa. Sonst wünsche ich mir, dass wir gut ins Turnier starten und das erste Spiel gegen Polen gewinnen. Unser Ziel ist natürlich Europameister zu werden.

Kein persönlicher Wunsch?

Es bringt doch nichts, wenn ich mir vornehme, zehn Tore in der Vorrunde zu schießen - und wir scheiden trotzdem aus. Persönliche Ziele sind nicht wichtig, ich will bei der EM erfolgreich sein. Wir haben jetzt noch ein paar Trainingseinheiten, dann werden wir sehen, wer am Sonntag spielt.

Haben Sie wenigstens eine Wunschposition für die EM? Sie sind gelernter Stürmer, haben aber zuletzt auch als hängende Spitze auf der linken Seite gespielt.

Ich kann beide Positionen spielen. Die linke Seite hat nämlich auch Vorteile. Da steht man mit dem Gesicht zum Tor. Wenn ich vorne drin hänge, wir spielen ja klassisch mit zwei richtigen Stürmern, dann stehe ich mit dem Rücken zum Tor. Darum sage ich immer wieder, dass ich lieber als hängender Stürmer spiele. Links ist eine gute Alternative, meine letzten Spiele dort waren ja auch in Ordnung. Ich habe mich angeboten. Es wird bestimmt in den nächsten Tagen noch Gespräche mit dem Trainer geben.

Sie machten zuletzt körperlich einen sehr guten Einruck. Fühlen Sie sich in Topform?

Ich bin jetzt auf einem Toplevel. Ich fühle mich körperlich und läuferisch sehr gut. Nach meiner Knieverletzung war es in dieser Saison am Anfang nicht einfach. Aber ich habe mich zurückgearbeitet. Ich hatte auch das Glück, dass es keine Rückschläge gab. Und in den letzten Saisonspielen bei den Bayern habe ich gut gespielt. Wir haben dann auf Mallorca gut gearbeitet - so kann man in ein Turnier gehen.

In den kommenden Tagen wird die Mannschaft auf Polen eingestellt - da dürften Sie Experte sein?

Wir haben zuhause polnisches Fernsehen. Da schaue ich mir natürlich die polnischen Spiele an. Die Polen spielen und stehen grundsätzlich kompakter als bei der WM 2006 - und da war es schon schwer, gegen sie zu spielen. Aber in den letzten Spielen haben sie mich nicht erschreckt. Viele Mannschaften haben noch nicht ihre Form gefunden. Das erste Spiel bei einem Turnier ist immer etwas Besonderes. Was vorher war, ist egal.

Wie „polnisch“ werden Sie in Polen noch gesehen?

Ich habe eine sehr große Familie in Polen, größer als in Deutschland. Ich bekomme auch sehr oft Anrufe von polnischen Zeitungen. Und wenn ich Zeit habe, besuche ich meine Familie in Polen und meine Freunde von früher. Zwei-, dreimal im Jahr bin ich dort. Ich mag die Stadt, ich mag das Land, ich mag die Menschen. Zu Hause reden wir nur polnisch. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich dort bin.

Was bedeutet dann für Sie ein Spiel gegen Polen?

Ich habe ein polnisches Herz in mir. Das ist für mich wirklich ein besonderes Spiel. Das ist für mich vom Gefühl so, wie mit dem FC Bayern gegen Köln zu spielen. Aber es natürlich völliger Quatsch, wenn von manchen jetzt gesagt wird: ,Der Poldi schießt den Polen keinen rein.` Wenn das Spiel los geht, will ich gewinnen.

Die Fragen stellte Michael Horeni

Quelle: FAZ.NET
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