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09.06.2008 ·  Deutschland hat Polen mit 2:0 besiegt. Ein starker Start in die Europameisterschaft. Die Mannschaft hat an Substanz und Reife zugelegt und sich zum Titelanwärter aufgeschwungen. Es bleibt aber noch Arbeit für die Hintermannschaft.

Von Michael Horeni
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So sieht Kontinuität aus: Acht Spieler aus der Stammformation der Weltmesietrschaft von 2006 standen auch in der Anfangsformation gegen Polen. Aber was bedeutet das schon? Denn ob die deutsche Mannschaft beim Auftakt der Europameisterschaft trotz personeller Konstanz auch sportlich genau dort würde weitermachen können, wo sie vor zwei Jahren mit dem Sommermärchen aufgehört hatte, das war fraglich.

Aber schon nach wenigen Minuten beim 2:0-Auftaktsieg verwandelte sich die Ungewissheit in berechtigte Zuversicht, dass diese Europameisterschaft für Deutschland diesmal nicht wie die beiden letzten viel zu früh enden muss, sondern dass sich der Weltmeisterschafts-Dritte tatsächlich zugehörig zum Kreis der Titelkandidaten fühlen kann.

Das Team hat an Substanz und Reife zugelegt

Der verdiente Erfolg gegen starke Polen bedeutete eben nicht nur den ersten deutschen Sieg bei einer Europameisterschaft seit dem Endspielerfolg vor zwölf Jahren in England. Als es beim Turnier in Österreich und der Schweiz zum ersten Mal für den dreifachen Welt- und Europameister darauf ankam, zeigte eine entschlossene Mannschaft, dass sie sich unter Bundestrainer Löw im Vergleich zur ersten Phase der Weltmeisterschaft erkennbar weiterentwickelt hat.

Das Team hat an Substanz und Reife zugelegt. Das ist die erfreulichste Nachricht des Premierenabends. Auch wenn Klose gleich zu Beginn eine großartige Chance ausließ und Gomez in manchen Szenen unglücklich wirkte - tiefe Zweifel an der stürmischen Extraklasse des deutschen Angriffs konnten auch diese Stolperer nicht wecken. Nicht zuletzt, weil vor allem mit dem doppelten Torschützen Podolski auf der linken Seite, aber auch mit Ballack aus dem zentralen Mittelfeld immer wieder zusätzliche offensive Schubkraft ins zielstrebige und gleichzeitig meist kontrollierte Spiel kam. Wer dann in der zweiten Halbzeit mit Schweinsteiger spielerisch noch weiter nachlegen kann, hat in Europa etwas zu bieten.

Schwierigkeiten in der Defensive, Lehmann war nicht immer der Souverän

In Klagenfurt spielten die Deutschen zudem ohne jeden Heimvorteil. Es war angesichts der drei- bis vierfachen Übermacht der polnischen Anhänger fast ein Auswärtsspiel, das auf den Favoriten bei der Auftaktbegegnung wartete. Aber sowohl mit der Favoritenrolle, als auch mit den veränderten atmosphärischen Verhältnissen kam das Team im Stil einer internationalen Klassemannschaft bestens zurecht. Sie dominierte über weite Teile die Partie, ohne mit letztem offensivem Risiko den Erfolg suchen zu müssen.

Wie von Löw versprochen, lieferte die körperliche Fitness dafür die Voraussetzung. Zum exakt richtigen Zeitpunkt topfit - diesem Ziel sind die Spieler, denen der Bundestrainer vertraute, augenscheinlich nahegekommen. Eine Grundvoraussetzung für weitere Erfolge - nicht nur in der Gruppe B am Donnerstag gegen Kroatien und zum Schluss gegen Österreich.

All das heißt aber nicht, dass Löws Team gleich einen perfekten Auftritt hingelegt hätte. Dafür geriet die Defensive zu oft in Schwierigkeiten, sowohl in der Innenverteidigung als auch über die Außenpositionen. Auch Torwart Lehmann war nicht immer der Souverän, der er gerne sein möchte. Daran muss und lässt sich noch arbeiten. Ein Sieg im ersten Spiel ist dabei die beste Hilfe. Und dass Deutschland eine Turniermannschaft ist, das dürfte sich mittlerweile auch rumgesprochen haben.

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