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Die Autorität des Dirigenten ist funktionaler geworden: Dunkler, deutscher Gewandhaus-Klang und Schönberg-Schule. In dieser Woche werden Kurt Masur und Michael Gielen fünfundachtzig Jahre alt. Mehr Von Gerhard R. Koch 2 9
Er ist nur eine Nebenfigur, im mittleren der drei Teile von Elias Canettis einzigem Roman „Die Blendung“. Doch in Fischerle steckt mehr Welt als in jeder anderen Figur dieses großen Autors. Mehr Von Andreas Platthaus 3
Erinnerungsbücher über illustre Künstler und Schriftsteller sind oft ein zwiespältiges Unternehmen. Einerseits bergen sie die Fallen der sentimentalen Verklärung, der nostalgischen Rückschau oder des Zurechtbiegens unliebsamer Eindrücke. Andererseits will die Bedeutung des eigenen bescheidenen Ichs ... Mehr 0
Als Brecht einmal über Stalin sprach, fand er eine bemerkenswerte Formulierung. Er nannte das Regime, das sich in der Sowjetunion etabliert hatte, eine "Arbeiter-Monarchie". Damit meinte er ein monströses, paradox-erschreckendes, ... Mehr 0
Wer sich auf ihn einläßt, muß wissen, was er tut: "Die Erfahrung mit einem Menschen genügt für hundert Jahre. Man wird auch dann nicht mit ihr fertig." Das schrieb Canetti gegen die biographische Methode im allgemeinen, dürfte aber vor allem auf ihn selbst gemünzt sein. Als einen "Titan fürwahr, ... Mehr 1
War Canetti ein großer Mann? Körperlich jedenfalls nicht, und sicher spielte dieser Umstand in seinem Leben eine gewisse Rolle. Nicht selten wuchert bei kleinen Männern aus der lebenslangen stillen Kränkung eine überkompensierende Ich-Gier, die mit Eitelkeit nur dürftig bezeichnet wäre. Warum auch ... Mehr 0
Elias Canetti war ein Einzelner. Mit Martin Walser war er ein wenig befreundet, über die "Blechtrommel" von Grass hat er mal ein nettes Wort gesagt, die "Jahrestage" von Johnson hat er gelesen und geschätzt, Thomas Bernhard hielt er eine kurze Weile für einen möglichen Geistesverwandten, mit Erich Fried verband ihn aus der England-Zeit eine Freundschaft. Mehr 0
Friedl Benedikt starb jung, noch keine siebenunddreißig Jahre alt, 1953 in Paris. Doch da hatte sie schon drei Romane geschrieben, von denen aber keiner in ihrer Muttersprache publiziert worden war. Dafür gab es zwei Gründe: Friedl Benedikt war 1938 aus Wien nach England emigriert und hatte ihre zwischen 1944 und 1950 erschienenen Bücher jeweils auf englisch verfaßt. Mehr 0
Dies ist ein Buch, das beim zweiten Lesen immens gewinnt. Dann hat sich das Erstaunen gelegt über den bisweilen harschen Ton, den Elias Canetti anschlägt, über die teilweise mißratene Komposition, über die Redundanzen. Und man beginnt, die Intensität der Beschreibungen zu würdigen, Canettis Wagemut beim Metapherngebrauch und vor allem sein Auge für Menschen. Mehr 0
Man mag dem Editorenbrauch, aus den Werken großer Autoren handliche Auszugsbändchen herzustellen, kritisch gegenüberstehen, aber das ändert nichts an der Beliebtheit solcher Auswahlen seit der Antike. Natürlich liegt immer auch eine kleine oder große Verfälschung in der Herauslösung von Sätzen oder Absätzen aus ihrem größeren Zusammenhang, um sie wie Aphorismen zu präsentieren. Mehr 0
Obama will für weniger Atomwaffen werben 10:13 Uhr
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