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Links in Krisenzeiten
Rot stellt sich tot
Die Linke sitzt im falschen Zug
Die Linke ist meiner Meinung nach in sich zerrissen. Sie will nicht klar für eine Systemalternative streiten, weil das derzeit kein Wähler akzeptieren würde, sondern stimmt ein in den Chor der Reformisten, die mit ein paar Änderungen und Anpassungen den Kapitalismus "menschlicher" machen und ihn "zum funktionieren bringen" wollen. Karl Marx ist zum Schmuddelkind verkommen, den will keiner mehr öffentlich anbieten, obwohl es gerade jetzt möglich wäre, über seine Theorien zu diskutieren - entweder um sie zu widerlegen oder weiterzuentwickeln. Auf diese Weise ist die Linke tatsächlich innerlich blockiert und fast schon gestorben. Es kommen hier und da ein paar gute Einwürfe im Parlament, es wird die Regierungspolitik angegriffen, die die Systemversager mit noch mehr Geld am Leben hält, es wird darauf gedrungen, die Umverteilung von unten nach oben zu beenden - aber grundsätzlich wird keine Alternative geboten. Dabei gäbe die Situation derzeit eine Steilvorlage, den Bürgern das System zu erklären, und dass wir uns in einer Folgerichtigkeit bewegen. Nicht die bösen Banker haben mit der Finanzkrise die Wirtschaft runtergezerrt, sondern die Überproduktionskrise hat zu Finanzblasen geführt. Das könnte die Linke thematisieren. Aber nix da.
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