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Ethikrat
Jacobs Beschneidung
wieso tausendjährige Traditionen keine Rechtfertigung sind
Tausendjährige Traditionen haben auch solche Dinge wie das
Töten von Rivalen, Ausrottung von konkurrierenden Rudeln (=Krieg),
Vergewaltigung, Rassismus, Inquisition, Kreuzzüge oder das
Verfolgen und Massakrieren "Ungläubiger" oder "Andersartiger".
Entscheidend ist also NICHT, ob eine Tradition schon lange besteht,
sondern ob sie in unsere heutige Gesellschaft passt und somit "zum
allgemeinen Gesetz" werden kann, wie Kant in seinem kathegorischen
Imperativ die Grundlagen ethischen Handelns unverrückbar definiert.
Wäre es allgemeines Gesetz, dass religös begründete
Traditionen aus vermeintlicher Toleranz unantastbar blieben, hätten
sich all die erwähnten schlimmen Traditionen bis heute gehalten und
man könnte gar durch Beitritt zu - oder Gründung von -
beliebigen Religionen seinen strafrechtlichen Handlungsspielraum bis ins
unermessliche ausdehnen.
Meine Religion verbietet mir z.B. das Rückzahlen von Schulden und
zwingt mich zur Steuerhinterziehung.
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