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Fernseh-Serie in Russland
„Das ist ein Anschlag auf unsere Jugend“
Gathmann: Russische Schul-Serie im Fernsehen
Eine genaue Beschreibung der Serie und ihrer Wirkung in der (Moskauer) Öffentlichkeit. Leider kommt bei der Ursachenbeschreibung die Neigung der postsowjetischen russischen Schule zu kurz, all diese realen Probleme wie Unruhe in den Klassen, Aufsässigkeit einzelner Schüler, rüde Umgangssprache, Kleidungsexzentrik usw. mit harter Hand und Kasernen-"Pädagogik" aus der Welt zu schaffen. Ich kenne viele Moskauer Schulen, in denen vom Bildungsauftrag inzwischen nur noch die Disziplinargewalt übrig geblieben ist. Beispiel Moskauer Mittelschule Nr. 1258: Zentraler Stadtbezirk, sozial sehr gemischte Schülerschaft, eine Kernmannschaft sehr bemühter Pädagogen. Seit 3 Jahren regiert dort eine ehrgeizige Direktorin, die ihren Schülern gegen massiven Widerstand zunächst Schuluniformen verpasst, danach "liberale" Stimmen im Kollegium ausgeschaltet hat und inzwischen bei kleinsten Problemen regelmäßig mit der Polizei droht. Lehrer, Eltern und Schüler, die diesen Leitungsstil von Frau Basewskaja ablehnen, werden massiv gemobbt: Ihnen droht u.a., beim Schüleraustausch mit gleich drei deutschen Partnerschulen nicht berücksichtigt zu werden, weil dort Olga Basewskaja angeblich als "führende russische Pädagogin" gelte.
Alexander Tvar, Moskau
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