Alles jut und schön, aber …
Der Artikel stellt meiner Ansicht nach nicht deutlich genug heraus,
daß Akademiker mit nicht anwendungsorientierten Qualifikationen es
viel schwerer haben als die, die ihr Studium im Prinzip als
Berufsausbildung genutzt haben, also nach mancher Leute Ansicht
überhaupt keine Akademiker im engeren Sinne sind. Nicht selten
landen somit grad die, die den größten Bildungsgrad
aufweisen, teils auch "überqualifiziert" sind (Dr.,
habil.), in der Armutsfalle, besonders, und das wäre einen eigenen
Artikel wert, in Berlin, wo ein Philosoph oder Kulturwissenschaftler oft
nicht mal extrem schlecht bezahlte Lehraufträge oder ähnliches
findet. Für die Art von geisteswissenschaftlicher Bildung scheint
also kein Geld mehr vorhanden zu sein, ja nicht einmal
Wertschätzung – konsequent wäre es da, die besagten
Studiengänge einzustellen, wenn man denn die Absolventen und deren
Wissen und Können in dieser materialistischen und auf
Wirtschaftswachstum setzenden Welt ohnehin nicht benötigt. O
tempora o mores.