Fundamentales Missverständnis
Die Erwartungen, die in den Teilnehmerländern an die
europäische Einigung gerichtet wurden und noch werden, könnten
unterschiedlicher nicht sein. Ein Blick zurück : in den 50ern ging
es F Benelux und I vor allem darum, D unter Kontrolle zu halten. D sah
in dem Europa-Projekt, ähnlich wie in der Nato, eine Chance, der
Sünderbank wenigstens teilweise zu entkommen. Als sich später
weitere Länder der EWG anschlossen, war das Hauptmotiv der
wirtschaftliche Vorteil, den man sich davon versprach. GB hatte noch ein
weiteres : man fürchtete bei Beibehaltung der "Splendid
Isolation" den Einfluss auf dem Kontinent zu verlieren. In der
Gegenwart, da sich für viele die wirtschaftlichen Vorteile nicht
nur nicht mehr einstellen, sondern sogar in ihr Gegenteil zu verkehren
drohen, brechen die ursprünglichen Gegensätze wieder auf. Es
zeigt sich, dass die zentrifugalen Kräfte die Oberhand gewinnen,
sobald D nicht mehr willens oder in der Lage ist, die Risse mit
Transferleistungen zu kitten.