Beitrag
Im Gespräch: Ökonom Clemens Fuest
„Am Ende doch höhere Steuern“
Herr Fuest, haben sie Kinder?
Eigentlich Schade, dass Renommee nicht davor schützt, den eigenen Tellerrand als unüberwindbaren Horizont zu begreifen.
Ihre Ausführungen zum Elterngeld, Herr Fuest, scheitern an eben diesem Problem.
In typisch ökonomischer Art versuchen sie, den Nutzen desgleichen zu quantifizieren. Er ist aber nur sehr bedingt quantifizierbar! Der Nutzen für die Gesellschaft liegt in der Möglichkeit, dass junge Eltern - ohne Existenzängste - eine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen können; weil sie die Zeit dafür haben UND dank des Elterngeldes auch ein Übergangseinkommen. Schließlich die Geburtenrate, nach einer knapp dreijährigen Laufzeit des Elterngeldes(!), als Indikator eines geringen gesellschaftlichen Nutzens zu zitieren, disqualifiziert sie für alle zukünftigen Evaluationsversuche.
Wenn wir schon bei Ihrer Logik bleiben, dann bleibt zu hinterfragen, ob sie sich jemals darüber Gedanken gemacht haben, dass die Mehrkosten eines Neugeborenen, für diejenigen, bei denen die größte Kürzung vorgenommen wurde (ALG 2 Empfänger), eventuell doch das Sprechen von einem "Bedarf" des Elterngeldes zulässt.
Es sind 0 Antworten auf diese Lesermeinung vorhanden.
Lesermeinung am Artikel lesen, beantworten und empfehlen