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Parlamentswahl in Frankreich
Bei den Ch’tis
Autismus der großen Parteien
Wer die Region Nord-Pas-de-Calais kennt, den wundert es eigentlich
nicht, dass dort heute extrem gewählt wird. Märchenonkel
Mélenchon ist jetzt jedenfalls aus dem Rennen, da er nur auf den
dritten Platz kam, und hat die Niederlage vorhin auch öffentlich
eingestanden, so dass es Märchentante Le Pen vielleicht bis ins
Parlament schaffen könnte. Es ist aber heute auch fast schon egal,
wer dort gewählt wird. Die französischen Politiker sagen nach
jeder Wahl (wie ihre Kollegen in Deutschland, allerdings ist es in
Frankreich meistens rhetorisch schöner verpackt), sie hätten
die Botschaft des Wahlergebnisses verstanden. Danach wird erst einmal
vier oder fünf Jahre lang so weitergewurstelt wie bisher, und am
nächsten Wahlabend sieht man dann im Fernsehen das obligatorische
Entsetzen der Politiker darüber, dass so viele Bürger extreme
Parteien gewählt haben. Ursachenanalyse und wirksame
Problembekämpfung sehen freilich anders aus.
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