Hollande sucht sich einen Sündenbock für das Versagen der
französischen Wirtschaftspolitik
Und damit sind auch die Präsidenten vor ihm gemeint. Solange der
Euro nicht über 1,50 steht, kann von einer Überbewertung nicht
die Rede sein. Wer mit dem Euro nicht zurecht kommt, sollte die Eurozone
verlassen, damit er einen wettbewerbsfähigen Wechselkurs
hinbekommt. Die Wirtschaftspolitik ist absolut typisch: Erst sind die
bösen Deutschen mit der Sparpoltik schuld, dann ist die EZB schuld,
weil sie keine Wechselkurspolitik betreibt, irgendwann ist Amerika
schuld, weil es dort eine Rezession gibt. Man muss es ganz klar sagen:
Es ist nicht Aufgabe der EZB eine Wechselkurspolitik zu betreiben.
Ausgenommen sind davon nur absolute Übertreibeungen, so wie das
beim Schweizer Franken zu 1,10 der Fall war. Zwar ist ein
Abwertungswetttlauf gefährlich, vgl. fortunanetz vom 24.01. 2013,
aber Draghi kann noch die Zinsen senken, zumal die Kreditnachfrage seit
8 Monaten schrumpft. Die Wettbewerbsfähigkeit muss man sich
über die Produktivität erarbeiten, nicht über einen Abwertungswettlauf.