Beitrag
FAZ.NET Frühkritik: Frank Plasberg
Heynckes in Hoya
Was
hat uns dieser Herr Tichy zum Hochwasser zu sagen? Dieser Mann erinnert
mich an jene Klugscheisser in der Klasse, die immer und zu jedem Thema
die Hand hochhalten und dann beleidigt sind, wenn der Lehrer
korrigierend eingreift. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Herr
mit eingeschränkter Kompromissfähigkeit jemals etwas angefasst
oder gesagt hat was der Menschheit nützt (im krassen Gegensatz zu
der zugeschalteten Bäuerin, die in konkreter, greifbarer Sprache
ihre Zielverfolgung formuliert und aktiv bleibt). Mit widerwärtigem
Grinsen während andere Gesprächsteilnehmer reden, dokumentiert
Herr Tichy seine Geringschätzung gegenüber Andersdenkenden.
Man empfindet es oft schon als Provokation: Immer wieder kommen
Inkompetente Leute als Selbstdarsteller zu Wort in solchen Sendungen.
Zum Beitrag "Antipathie als Argument"
Die Art und Weise, wie sich Herr Tichy gestern schier körperlich
gewunden hat, als er auf Herrn Latif einging (Stichwort: Dummes Zeug),
war für mich schlichtweg obszön. Wenn man so will: die
höchste Stufe von Antipathie. Dies liess mich in ihm einen mit
Vorurteilen, gar mit der Bürde einer unmöglichen Agenda
beladenen Diskutanten erblicken. Wenn Herr Latif sagt, Deutschland war
in jüngster Zeit der einzig blaue Fleck auf der Erde und der Rest
war rot eingefärbt – sprich: die Erderwärmung findet
ungebrochen statt –, dann sollte man das entweder mit Fakten
bestreiten können oder schlicht hinnehmen, ansonsten hat man sich
in eine solche Runde bloß verlaufen. Herr Latif indes, so recht er
mit seiner Warnung auch hat, dass es ein ungeheures Experiment ist, das
wir Menschen hier führen (Emissionen, Abholzung), hat
nichtsdestotrotz den größten Lacher bei mir provoziert, indem
er behauptete, "wir Klimaforscher haben doch nichts davon, wenn wir
erzählen, dass Wetterextreme zunehmen". Nö, süscha
Lesermeinung am Artikel lesen, beantworten und empfehlen