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Gastbeitrag von Thilo Sarrazin
Griechen, Euro und die deutsche Schuld
Mir fehlt eine Ebene bei dieser vieldiskutierten "Sache"...
...was macht Deutschland allein auf der Welt? Hat wirklich jemand das
Gefühl, dass sich das Land wirtschaftlich (von anderen Aspekten
ganz zu schweigen) halten kann, wenn es sich allein im globalen Djungel
durchschwingen muss? Und was wird aus Europa? Will Deutschland
zusätzlich in einem Meer aus Wucher und Elend existieren,
während die Welt daran nagt?
Es ist nur für vorsophistische Philosophen relevant, dass Fehler
passiert sind...
...alle anderen Versuchen mit dieser Ausgangslage eine Lösung zu
finden, die besser ist als Sodom und Gomorra im eigenen Vorgarten zu
betreiben und dabei zu hoffen, dass der eigene Bunker Schwefel- und
Feuerdicht ist. Ja, es sind Fehler passiert - um das klar zu stellen -
schlimme, um nach zu doppeln. Ganz Europa vor die Hunde gehen zu lassen
und dann die Phoenix mimen ist auch schon zwei Mal gut gekommen, stimmt
auch. Wenn man Griechenland jedoch jetzt raus lässt, hat man schon
verloren und das kostet mehr Geld, mehr Kultur, mehr Menschenleben und
vor allem mehr Entwicklungsniveau als die verhältnismässig
wenigen Druckpapierchen, die man jetzt ins Feuer schmeisst. Deutschland
hat während der Krise die wirtschaftlich besten Jahre erlebt, die
es je hatte.
Sobald man mir einen einzigen Deutschen zeigt, der unter den Zahlungen
an Griechenland nachweisbar leidet, kann ich vielleicht andere
Gespräche zulassen, davor nicht.
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