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Generation Vielleichtsager
Wir wollen lieber nicht - oder doch?
die neue Meinungs-Freiheit
Das Thema ist gut gewählt: Zuspitzen, Polarisieren ist die
überkommene Technik des Meinungsmachers. Davon war auch die
akademische Zunft begeistert.
Inzwischen ist man weniger forsch, weniger schnell, weniger
"engagiert", wenn es darum geht, eine "eigene"
Meinung zu einem Thema zu haben.
Meine Tochter fragt mich immer wieder: muss ich das wissen, muss ich da
mitreden können?! Sie möchte wissen, ob ein bestimmter Diskurs
zu den bürgerlich-weltanschaulichen Pflichten gehört, oder
nicht, und ich muss jedesmal nach reiflicher Überlegung sagen: NEIN!
Ich habe von der nächsten Generation die Zurückhaltung
gelernt. Inzwischen verstehe ich immer besser, dass eine Meinung nicht
den Weltbewegungs- und Zukunftentscheidungswert hat, den man ihr
früher beigemessen hat. Und eine "eigene" Meinung, die
nicht einfach nur den Anschluss an eine Fraktion, ein Lager, eine
Minderheit darstellt, ist absolut selten. Da lernt man die Meinung an
sich, wie Hegel sagen würde, erst richtig zu schätzen.
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