Beitrag
Organspendereform
Systemwechsel mit gebrochener Logik
Gebot zwischenmenschlicher Solidarität
Ein "Nein ist nach dem Gesetzentwurf ein "Nein", ein
"Ja" ein "Ja". Weshalb der Verfasser allerdings
meint, keine Entscheidung sei eine Entscheidung gegen die Spende,
erschließt sich nicht. In Wahrheit ist gerade dies eine
anmaßende Unterstellung eines bewußt nicht
geäußerten Willens. Wer das Thema verdrängen
möchte, überläßt die Entscheidung zwangsläufig anderen.
Wer sich nicht entscheiden will, läßt andere entscheiden. Das
ist im übrigen bei Wahlen zu Staatsorganen nicht anders. Es
dürfte auch nicht zuviel verlangt sein, daß derjenige, der
andere lieber sterben läßt, als posthum ein Organ zu geben,
dies eindeutig äußert. Wem dies zuviel der Mühe ist,
wird keine tragfähigen Gründe haben. Daher wäre die
Widerspruchslösung in Wahrheit vorzugswürdig.
Letztendlich wäre die gerechteste Lösung die israelische. Wer
sich der Solidarität verweigert und nicht als Spender registrieren
läßt, sollte sich hinter Spendewilligen anstellen, wenn er
später einmal selbst eines Organs bedarf.
Es sind 0 Antworten auf diese Lesermeinung vorhanden.
Lesermeinung am Artikel lesen, beantworten und empfehlen