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Kronen, Plomben, Wurzelbehandlung
Wenn der Zahnarztbesuch zum finanziellen Fiasko wird
Fernsehzeitschriftenniveau
enttäuscht bin ich über das Niveau des Artikels - habe in
einer Fernsehzeitschrift einen ähnlich gut recherchierten Artikel
gelesen - aber da hatte ich ihn auch erwartet.
Als Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (und somit
Arzt und Zahnarzt) bin ich in einer Uniklinik angestellt (schreibe also
keine Rechnungen!) und habe etwas Einblick in die Materie:
Fazit 1) die meisten (Zahn-)Ärzte, die ich kenne, haben bei ihrer
Tätigkeit das Patientenwohl im Blick.
2) diese Kollegen (und auch ich) fühlen sich durch so einen Artikel
und noch mehr die Kommentare, enttäuscht bis gekränkt.
3) es gibt auchschwarze Schafe, (Zahn-)ärzte sind nur Menschen
4) die freie Arztwahl erlaubt Patienten, mit den Füßen abzustimmen
5) wenn man überdurchschnittliche Versorung will, muß man
sich informieren (kann man aber auch)
6) Auch (wenige!) Patienten haben eigenwillige Vorstellungen bis hin zum
Sozialbetrug, dennoch will ich keinen FAZ-Artikel "wie Patienten
die Kassen betrügen"
Ethisches Denken in der Zahnmedizin ist verbreiterter, als sie denken
@Angelika King: Ich weiß nicht, ob Frederick Far an einer
Uniklinik arbeitet oder, wie ich, in eigener Praxis. Ich denke
jedenfalls genauso wie er und kann es mir das auch durchaus noch
leisten, das Patientwohl an die erste Stelle meiner Überlegungen zu
stellen. Die große Mehrheit der Kollegen, die mir persönlich
bekannt sind, schätze ich übrigens ebenso ein. Natürlich
gibt es auch bei uns schwarze Schafe und auch Zahnärzte, die in
einem Graubereich arbeiten. So etwas spricht sich jedoch schnell herum.
@Herbert Kern: Ja, solche Artikel gibt es. Nur vermisse ich in diesem
Artikel schon einiges an Sachverstand und Objektivität. Ein Autor,
der z.B. von 60%igen Honorarsteigerungen schreibt, ohne zu
erwähnen, dass seit über 20 Jahren die (Privat-)Honorare gar
nicht erhöht wurden und die durchschnittliche Erhöhung im
einstelligen Prozenztbereich liegt, der gibt die Wirklichkeit verzerrt
wieder. Polemik könnte man das auch nennen.
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