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Filbinger-Tochter im Gespräch
„Ich habe ihm vergeben“
Die Dominanz des Vaters
Susanna Filbinger-Riggert schreibt über die bislang unbekannten
Tagebücher ihres Vaters. Die Originale sind der Öffentlichkeit
nicht zugänglich. Duktus, Stil, Umfang, Schwerpunkte,
Rückblenden, auch die Fundumstände sind bis jetzt nicht
erörtert worden.
Es geht um den voyeuristischen Blick auf Privates, Intimes, Unbekanntes
und geschieht unter dem Aspekt einer Vater-Tochter-Beziehung.
Sich einer solchen Aufgabe kritisch zu stellen ist mutig. Es ist mutig,
weil es Brüche im Leben Filbingers gibt und weil das
Verhältnis zum Vater weitgehend offen gelegt wird.
Und hier bedauere ich, dass eine klare Positionierung der Tochter nicht
erfolgt.Strenge, Angst, Kopfnüsse, Internat, Einspannen in den
Wahlkampf, selektive Erinnerung zur NS-Zeit - Strenge kann besser
für Kinder sein als Milde, usw. Auch im Rückblick auf die
Nachkriegszeit und ein anderes Erziehungsmodell zeugt dies nicht von
Abstand, Analyse, Souveränität.Das dominante Regime des Vaters
wird mit Weichzeichner gemildert.
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