Beitrag
Jean-Paul Belmondo zum Achtzigsten
Niemals Stillstand
O-Ton Belmondo (Aus einem Interview mit einer deutschen Kinozeitschrift
vom November 1983)
Mir wird immer vorgeworfen, ich drehe kommerzielle Filme. Stimmt
vollkommen. Ich mache Filme, an denen die Leute Spaß haben sollen,
die sie ein wenig träumen lassen. Meine Filme finden wenigstens ihr
Publikum. Die Kritiker unterscheiden meistens ganz pauschal zwischen
guten und schlechten Filmen. Sorgt ein Film für volle Kassen, dann
ist er kommerziell und somit schlecht. Wird ein subventionierter
Langweiler nach drei Tagen vom Programm abgesetzt, ist er ein verkanntes
Kunstwerk. So ein Quatsch. Es ist jammerschade, dass die jungen
Filmemacher derart von der Kritik abhängig sind, anstatt Filme
fürs Publikum zu machen. Über den neuen Bresson
(L’argent) zum Beispiel schreiben die Kritiker, er sei genial,
subtil, revolutionär. Aber kein Mensch sieht sich so was im Kino
an. Die Kritiker urteilen doch völlig am Publikum vorbei. Manchmal
sagt man mir: "Ist ja alles schön und gut, was Sie da machen,
aber nach Ihrem Tod werden Sie nichts Bedeutendes hinterlassen." Na
und, ich lebe jetzt.
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