Sparen ist gleich Verschulden
Es ist eine Tatsache, dass Menschen nur sparen können, wenn andere
sich verschulden. Ein Einzelner kann nur dann mehr ausgeben als
einnehmen, sich also verschulden, wenn es einen anderen gibt, der
weniger ausgibt als er einnimmt, der also spart, weil das Einkommen der
Volkswirtschaft nur einmal konsumiert werden kann. Wer diese Logik
verstanden hat, für den stellt Verschuldung schlagartig keine
Bedrohung mehr dar.
Wenn also ein Land seinen Haushalt durch eine von strengen
Sparzwängen diktierte Finanzpolitik “sanieren” will,
dann bewirkt es damit schlicht gesagt nichts anderes, als sein eigenes
Defizit jemand anderem aufs Auge zu drücken. Denn seine
eingesparten Ausgaben sind jemand anderes nicht mehr erzielbare
Einnahmen. Der Staat wird relativ “reicher”, weil jemand
anders in der Volkswirtschaft “ärmer” wird. Nicht nur
in Griechenland, sondern auch hier bei uns kann man klar erkennen, wer
die einen und wer die anderen sind.