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Universitätsreform
Warum ich meinen Lehrstuhl räume
Herrn Kollegen Reiser ist in allen Punkten zuzustimmen,
ergänzend kann noch bemerkt werden:
1. Die Hochschule steht da freilich nicht alleine, sondern mit ihr fällt die letzte, weil vielleicht zuvor unabhängigste gesellschaftliche Institution, der allgemeinen Ökonomisierung der gesamten Lebensverhältnisse zum Opfer.
2. Der in den siebziger Jahren gestartete Versuch, die eher "praxisorientierten" Studiengänge den neugegründeten Fachhochschulen zuzuordnen, um die Universitäten stärker theorie- und bildungsorientiert zu profiliert zu lassen, scheint mit dem sog. Bologna-Prozess endgültig gescheitert. Die Differenzierung wurde faktisch aufgegeben und alle Hochschulen gleichermaßen dem Diktat des möglichst bildungsfernen und stattdessen allein ausbildungsorientierten Nutzens unterworfen.
3. Der Ausdruck "bildungsferne Schichten" bekommt hierdurch eine völlig neue Bedeutung.
4. Ein von Herrn Reiser noch kaum angesprochener Punkt ist der elementare Wandlungsprozess in der Forschung. Vielleicht noch ausgeprägter als in der Lehre zeigt sich in dieser durch die immer weiter fortschreitende Drittmittelfixierung, dass die ursprünglich allein der Wahrheit verpflichtete Hochschule zum nützlichen Idioten wechselnder gesellschaftlicher Kräfte verkommt.
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