Die Bereitschaft, Regeln zu brechen ...
ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Dies scheint mir ein
normaler demokratischer Prozess zu sein. Darüber wundern oder
empören kann ich mich nicht. Ich erkenne darin vielmehr einen,
zugegeben sehr groben, Emanzipationsprozess von vorgegebenen Regeln,
deren Einhaltung nur noch den Regelnbrechern nützt. Was ist schon
ein entwendetes Rasenstück gegen die umfassende und staatlich
verordnete Sozialisierung privater Risiken im Rahmen der Finanzkrise!
Der gesellschaftliche Konsens der Nachkriegszeit wurde im Angesicht
einer globalisierten Wirtschaft bereits vor Jahren aufgekündigt.
Was sich in Düsseldorf oder anderswo zeigt, sind die Schockwellen
dieser fundamentalen Richtungsänderung. Einen neuen
gesellschaftlichen Konsens abseits von "Nie wieder Krieg und
Unterdrückung" zu finden ist die Kernaufgabe unserer
Generation. Dies nicht zu erkennen, sondern sich über profane
Regelbrecher zu ereiffern, ist weitaus problematischer als ein
Stück Rasen zu entwenden