Schuldfähig
Das "westliche" Rechtssystem baut auf einer Fiktion auf,
nämlich auf der - nicht beweisbaren, aber auch nicht widerlegbaren
- Annahme, dass grundsätzlich jeder Mensch einen freien Willen hat
und allein für das verantwortlich ist, was er tut. Zu dieser
gesellschaftlichen Konvention gehört aber auch die Ausnahme, dass
es nämlich Faktoren gegen gibt, die den freien Willen
beeinträchtigen oder gar ausschließen. Das hat nichts mit gut
oder böse zu tun, auch der Böse kann einen freien Willen
haben, der Gute sich nicht dessen bewusst sein, was er so tut. Mit
Verhöhnung der Opfer oder Perversion des Rechtsstaats hat das
nichts zu tun. Und die Behauptung, wer planvoll handele, könne
nicht "geisteskrank" sein, ist zwar populär, entspricht
aber nicht dem heutigen Stand der Psychiatrie.
Übrgens: Der Spruch von Gerichten und Gottes Hand ist eine
Erfindung von Anwälten, die ihren Mandanten erklären
müssen, warum man natürlich völlig überraschend
verloren hat.