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Krebsärztin begeht Selbstmord
„Keine Kraft mehr“
Krebsärztin begeht Selbstmord
Was, wie es scheint, bei den Leserbriefen zu wenig beachtet wird:
Natürlich ist die Behandlung von Angst und Schmerzen mit Morphin und Valium korrekt. Und jeder Arzt, jede Ärztin ist angehalten, alles nur mögliche zu tun, um den Patienten Schmerzen und Ängste zu nehmen. Sie sind allerdings nicht berechtigt, dem Kranken das Leben zu verkürzen. Jeder, der das tut, macht sich zum Herrn von Leben und Tod. Das kann und darf nicht sein. Niemals darf ein einzelner sich dazu das Recht nehmen, auch nicht aus Mitleid.
Eine Gesellschaft kann nach breiter Diskussion durch alle Bevölkerungsschichten, Laien und Fachleute, beschließen, ein Gesetz unter bestimmten Umständen zu ändern, das eine Tötung auf Verlangen erlaubt. Aber so, wie die Ärztin sich verhalten hat, muss eine strafrechtliche Klärung erfolgen.
Ich selber habe in einem langen Berufsleben, in dem ich viele Schwerkranke betreut habe, nicht einen einzigen wirklichen Wunsch nach Sterbehilfe gehört. Schon ist manchmal etwas Ähnliches geäußert worden, aber bei näherer Beschäftigung war es immer der Wunsch nach menschlicher Nähe und Beistand, nicht nach einer "Todesspritze". Ich glaube, dass das mir auch niemand der Patienten hätte zumuten wollen.
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