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Arbeitsmarkt
Leiharbeiter verdienen bis zur Hälfte weniger
Verquere Grundlogik
Die Debatte dreht sich stets um die Frage, ab wann gleicher Lohn gezahlt
werden soll. Aber warum nur „gleicher“ Lohn – warum
nicht mehr?
In einer Marktwirtschaft wird nach dem Leistungsprinzip bezahlt, und in
diesem Sinne kann man darüber streiten, ob der VW-Vorsitzende
Winterkorn über- oder unterbezahlt ist. Unbestritten sollte aber
sein, dass Leiharbeiter – wohlgemerkt für gleiche Arbeit! -
weitaus schlechter gestellt sind als Festangestellte: Sie haben quasi
zwei Arbeitgeber, und ihre Interessen werden durch Gewerkschaften und
Betriebsrat kaum vertreten. Sie erhalten kein Weihnachts- und
Urlaubsgeld, und die Zahl der Urlaubstage ist geringer. Die Arbeitszeit
schwankt stärker, und die Arbeitsorte wechseln schneller. Hinzu
kommt oftmals die soziale Ausgrenzung in den Betrieben, so nach dem
Motto: „Ey Leiher, komma her!“.
Das häufig gehörte Gegenargument, Leiharbeiter seien weniger
produktiv oder unzuverlässiger, zieht nicht, weil
Arbeitsplätze i.d.R. mit Personen besetzt werden, di
Leiharbeitnehmer bekommen den Lohn, der nach den restlichen
Verpflichtungen noch zahlbar ist
Leiharbeitnehmer bekommen natürlich nicht den Lohn, der ihrer
Produktivität entsprechen würde, sondern den Lohn, der noch
zahlbar ist, nachdem alle sonstigen Verpflichtungen, aus denen der
Arbeitgeber nicht herauskommt, bedient sind.
Das sind einerseits die Privilegien der Stammbelegschaft, die für
die gleiche Arbeit mitunter das Doppelte bekommt, weil sie den Vorteil
hat, in Arbeitsverträgen beschäftigt zu sein, die die IG
Metall in den 80er und 90er Jahren ausgehandelt hat und auf deren
Auslaufen die Arbeitgeber natürlich hoffen.
Aber andererseits sind es auch massenweise steuerliche und
bürokratische marktverzerrende Knüppel, die den Unternehmen
zwischen die Beine geworfen werden. Wenn man in Deutschland dank einer
von weltfremden Politikern beschlossenen 'Energiewende' 40% höhere
Kosten für Strom hat als im Ausland, dann bleibt für die
Arbeitnehmer eben nicht mehr so viel übrig. Und Arbeitsplätze,
die davon profitieren würden, gibt es in Deutschland in 5 Jahren
nicht mehr.
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