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Was treiben die Banken? (1)
Da schau her: Die Banker sind nackt
Sehr gute Idee, diese Reihe ins Leben zu rufen.
Ich halte jedoch den Zusatz fuer relevant, dass die Spekulation
keineswegs nur dem Wesen des Bankgewerbes innewohnt. JEDE Investition
ist eine Spekulation - insofern sind, wenn man so will, nicht nur die
Banken, sondern wir alle nackt. (Nebenbei gesagt, ist auch das
branchenspezifische Kauderwelsch nichts bankeneigenes: Die erwaehnten
Aerzte, aber auch Techniker, Juristen, IT-Leute (vorallem:-), zuweilen
auch Angestellte groesserer Konzerne teilen diese Neigung.)
Sehr zu begruessen ist jedenfalls der von dieser Reihe ausgehende
Denkanstoss - nicht nur, um ueber Geldgeschaefte besser Bescheid zu
wissen, sondern auch um sich bewusst zu werden, dass wir alle von
Spekulation abhaengig sind, sobald wir Einschaetzungen folgen, die ueber
die Zukunft getroffen wurden.
Sehen Sie, Herr Uebel, mit "bewusst werden" meinte ich auch
Ihr Beispiel:
Ob Sie etwa einen Oldtimer erwerben, einfach weil Ihnen der Besitz Spass
macht, ist Ihnen natuerlich freigestellt - die Preisgestaltung aber
nicht. Falls Sie nun den Oldtimer zum guenstigstmoeglichen Zeitpunkt
erwerben sollten, dann haben Sie hier bereits auf einen Preisanstieg
spekuliert - Bingo! - selbst wenn Sie mit gutem Recht gar nicht
beabsichtigen sollten, den Oldtimer gewinnbringend wieder zu verkaufen.
Die Entwicklung eines frei verhandelbaren Preises kuemmert es eben
nicht, ob Sie, nochmals mit gutem Recht, ignoriert wird.
Somit koennen Sie jetzt natuerlich sagen, mein Gott, ist mir doch egal,
was der Wagen kostet, ich kaufe ihn und basta. Aber sollten Sie die
Mittel dazu etwa als Selbststaendiger erwirtschaften, dann profitieren
Sie von einer Spekulation, die Sie ueber die Zukunft getroffen haben.
Ein einfacher Angestellter profitiert dann eben von der Spekulation
eines Entscheidungstraegers.
Es geht darum, mit der Spekulation umzugehen und nicht darum, ihr zu entkommen.
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