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Europäisches Parlament
Martin Schulz will Präsident werden
Martin Schulz ist jener EU-Politiker, der in meinen Augen wie kein anderer den
... Zynismus der Eurokraten verkörpert. In jeder Wahlkampfrede zur letzten EU-Wahl bezeichnete Schulz es als inakzeptablen Mißstand, dass die Mitglieder der EU-Kommission ausgewählt werden, ohne die Ergebnisse der Wahlen zum Europäischen "Parlament" im jeweiligen Land zu berücksichtigen. Man kann zum Schulzschen Vorschlag, der Kommissar müsse aus der Partei stammen, die die Europawahl gewinnt, stehen wie man will, es sagt allerdings einiges über den Charakter dieses Mannes aus, dass er knapp 20 min. nach dem Schließen der Wahllokale, als offensichtlich wurde, dass seine Partei ein desaströses 20%-Ergebnis einfahren würde, zu Protokoll gab, dass in der Koalition entschieden würde wer Kommissar werde und dass er sich dabei gute Chancen ausrechnete. Wie bei solchen Gelegenheiten üblich, wies kein Journalist auf den klaffenden Abgrund zwischen seinen Versprechungen an die Bürger und seiner karriereförderlichen post-Votum Position hin. Die Chance, dass die SPD zu diesem Zeitpunkt in der großen Koalition einen eigenen Kommissar durchsetzen könnte tendierten gen 0, aber selbst diese minimale nicht-Chance war Schulz mehr wert, als sein Wort bei den Bürgern. Einen passenderen Präsidenten für dieses "Parlament" kann ich mir nicht denken.
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