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Steueroasen-Debatte
Steinbrück drischt weiter auf Schweiz ein
Im Ton daneben, in der Sache getroffen.
Es ist Wahlkampf, ok, geschenkt. Und Steinbrücks Rhetorik ist nicht die diplomatischste, auch geschenkt. Er hat auch, wie einige Kommentatoren zu Recht bemerken, im eigenen Haus noch einiges in Ordnung zu bringen. Aber: macht all dies seine Feststellungen darüber, dass Steuerhinterziehung kriminell ist und einige unserer Nachbarstaaten wissentlich dazu einladen, auch nur einen Tick unwahrer? Ok, wir müssen unser Steuersystem reformieren, ich kenne keinen, der das nicht unterschreibt. Aber was spricht dagegen, den Finger einmal in die Wunde der Steuerhinterziehung zu legen und auch mal mit dem Finger auf diejenigen unserer Nachbarn zu zeigen, die sie befördern und sich das Geld einverleiben, das eigentlich uns gehört? Und wenn es dann heisst "pssst, nicht so laut, das sind unsere Freunde", dann sollten wir uns vielleicht mal überlegen, ob Freunde sich wirklich so verhalten. Wenn Steinbrücks markante Worte nur bewirken, dass sich ein Bewusstsein breitmacht, dass Steuerhinterziehung nichts als hundsgemeiner Diebstahl ist und die Anlage hinterzogenen Steuergeldes im Grunde nichts als Hehlerei, dann ist schon viel erreicht.
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