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HPV-Impfungen : Vom Impfen und Testen

Bild: F.A.Z.

Kein Zweifel: Einige Viren können Tumore am Gebärmutterhals auslösen. Aber welche Methode eignet sich am besten für eine rechtzeitige Vorsorge?

          Das Signal ist da, wenn auch schwach und auf den ersten Blick kaum zu erkennen: "Es kann keine Empfehlung für eine bestimmte Strategie ausgesprochen werden." So lautet das Fazit eines Vorberichts, den das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Anfang vergangener Woche vorstellte. Dessen Thema ist eine Methode der Krebsvorsorge, genauer: der HPV-Test als Reihenuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs. HPV steht für humane Papillomaviren, Erreger, deren DNA mit jenem Test nachgewiesen werden kann. Die Frage ist nun, ob gesunde Frauen darauf vertrauen sollten - oder wie bisher auf einen jährlichen Abstrich, den sogenannten Pap-Test (siehe Kasten).

          Sonja Kastilan

          Redakteurin im Ressort „Wissenschaft“der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zwar sank die Krebsrate seit Einführung der Pap-Tests im Jahr 1971 erheblich, weil dadurch frühe Stadien erkennbar werden und Krebs dann vermeidbar ist. Allerdings treten trotzdem jedes Jahr noch 5500 bis 6500 Neuerkrankungen in Deutschland auf, jährlich sterben schätzungsweise 1500 bis 2500 Frauen daran. Bezogen auf die Bevölkerung rangieren die Fallzahlen im internationalen Vergleich im oberen Drittel. Der Screening-Auftrag lautet: Krebsvorstufen sollen frühzeitig erkannt werden, ohne Frauen unnötig zu ängstigen oder grundlos zu behandeln.

          Es gibt mehr als hundert humane Papillomaviren, die Zellen von Haut und Schleimhäuten befallen, wobei nicht alle dieser Warzenviren gleichermaßen gefährlich sind. Für den Beleg, dass eine Infektion mit bestimmten davon zu Gewebeveränderungen und schließlich zu Krebs führen kann, hat der deutsche Mediziner Harald zur Hausen 2008 den Nobelpreis erhalten. Zwölf HPV-Typen gelten als hoch riskant, weitere dreizehn werden als leicht riskant eingestuft. Gefährlich sind vor allem zwei: HPV 16 und 18, die zusammen für etwa 70 Prozent der Krebserkrankungen am Gebärmutterhals verantwortlich sind. Als Erreger von Genitalwarzen sind besonders HPV 6 und 11 berüchtigt. Abgesehen davon spielt HPV auch bei selteneren Krebserkrankungen in der männlichen wie weiblichen Intimzone eine Rolle, und selbst HNO-Mediziner müssen sich mit den Erregern auseinandersetzen: Mund und Rachen sind nicht vor Tumoren gefeit, an denen HPV einen gewissen Anteil trägt. Wahrscheinlich werden die Viren auch in solchen Fällen beim Sex übertragen, Männer wie Frauen können sich oral infizieren; das Risiko für Gebärmutterhalskrebs steigt mit dem Alter und der Anzahl der Geschlechtspartner.

          Screeningintervalle werden überprüft

          Das IQWiG gibt in seinem Vorbericht keine ausdrückliche Empfehlung für eine bestimmte Strategie des Screenings, weil die sechs berücksichtigten randomisiert-kontrollierten Studien mit 235 613 Frauen zu unterschiedlich vorgegangen sind. Gemeinsam ist ihnen, dass die Untersuchungsintervalle jeweils mindestens drei Jahre betrugen - und damit länger waren als in Deutschland üblich. Damit sieht das IQWiG klare Hinweise dafür, dass eine HPV-Diagnostik allein oder in Kombination mit einem zytologischen Verfahren wie dem Pap-Test zu einer früheren Diagnose führt und außerdem Nachuntersuchungen verbessert - verglichen mit einer ausschließlich zytologischen Strategie zur Früherkennung, wie sie in Deutschland praktiziert wird.

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