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A bis Z Blutwerte

28.11.2009 ·  Im Doping-Fall der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ist von erhöhten Blutwerten die Rede. Was sagen die eigentlich aus?

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Tatsächlich lassen sich im Blut nicht nur verbotene Substanzen oder Genanomalien nachweisen, sondern auch Hinweise auf Krankheiten und den allgemeinen Gesundheitszustand eines Patienten finden.

Um ein Blutbild im Labor zu erstellen, wird dem Patienten venöses Blut entnommen. Darin lassen sich zunächst Menge, Volumen und Anteil an roten und weißen Blutkörperchen (Erythrozyten und Leukozyten) sowie Blutplättchen (Thrombozyten) finden. Frauen haben vier bis fünf Millionen Erythrozyten pro Mikroliter Blut, Männer etwas mehr. Liegt der gemessene Wert niedriger, deutet das auf Blutarmut hin. Ist er erhöht, können neben Doping oder Höhentraining auch Flüssigkeitsmangel, eine Lungenerkrankung oder ein Tumor die Ursache sein.

Im Gegensatz zu den roten Blutkörperchen, den Sauerstoffträgern des Körpers, gehören die weißen Blutkörperchen zum körpereigenen Abwehrsystem. So kann eine Veränderung der Leukozytenzahl - Erwachsene haben etwa 4000 bis 10 000 Leukozyten pro Mikroliter Blut - darauf hindeuten, dass der Körper gegen eine Infektion kämpft. Abnorme Thrombozytenwerte weisen auf Störungen der Blutgerinnung hin.

Je nach Alter oder Krankheitsverdacht lässt der Arzt auch Blutfettwerte, Blutzucker und Blutenzyme bestimmen. Das vielzitierte Cholesterin gilt dabei als Indikator, ob eine Arterienverkalkung und damit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen droht. Über die Nahrung aufgenommen, wird Cholesterin an Eiweiß im Blut gebunden. Es entstehen Lipoproteine. Man unterscheidet zwischen "guten" (HDL) und "schlechten" (LDL) Lipoproteinen, je nachdem, ob sie eine Arterienverkalkung begünstigen oder davor schützen. Normalwerte existieren hierfür nicht, da das Risiko von weiteren Faktoren wie Übergewicht, Rauchen oder Bluthochdruck abhängt. Liegen keine weiteren Risikofaktoren vor, sollte das Verhältnis von LDL zu HDL unter vier liegen.

Als Leberwerte bezeichnet man die Konzentration bestimmter Enzyme, die erst dann ins Blut gelangen, wenn die Leberzellen geschädigt sind. Je nach Enzym können erhöhte Werte ein Indiz für Alkoholmissbrauch, eine Lebererkrankung, Vergiftung, Herz- oder Lungeninfarkt sein. Diabetes schließlich macht sich durch erhöhte Blutzuckerwerte bemerkbar.

Da Blutwerte lediglich erste Hinweise liefern, muss der Arzt bei Auffälligkeiten zur Klärung der wahren Ursachen weitere Nachforschungen anstellen. Claudia Pechstein legte zu diesem Zweck Gutachten vor. Doch sie bewiesen in den Augen der Richter nicht ihre Unschuld. Iris Gutiérrez

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