25.10.2008 · Der Chef der Deutschen Post, Frank Appel, hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Es brennt gleich an mehreren Stellen: Die Zahlen für das dritte Quartal sehen offenbar alles andere als rosig aus, das defizitäre Express-Geschäft in ...
Der Chef der Deutschen Post, Frank Appel, hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Es brennt gleich an mehreren Stellen: Die Zahlen für das dritte Quartal sehen offenbar alles andere als rosig aus, das defizitäre Express-Geschäft in Amerika lässt nur noch den geordneten Rückzug zu, und zu allem Überfluss kommt auch die Postbank nicht ohne Schaden durch die Finanzkrise.
In der Not wurde jetzt für diesen Sonntag eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Eile scheint geboten, um für den Kapitalmarkt relevante Informationen am Montag früh noch vor Öffnung der Börsen zu publizieren. Eine offizielle Bestätigung für die Sitzung gibt das Unternehmen nicht. Dass die Post heute schon die Reißleine für das Amerika-Geschäft zieht, gilt als unwahrscheinlich. Eine Woche vor den Wahlen wäre das außerordentlich unklug. Aber das schlechte Quartalsergebnis verlange dringende Maßnahmen, heißt es in Finanzkreisen. Zugleich spekulieren Beobachter jetzt, auch die Postbank, an der die Deutsche Post immer noch 51 Prozent der Aktien hält, könnte unter den staatlichen Schutzschirm schlüpfen. Mit einer Kernkapitalquote von 6,3 Prozent (zweites Quartal) steht die Bank im Branchenvergleich ziemlich schwach da. Die Postbank-Aktie schloss am Freitag bei 18,76 Euro, deutlich unter dem Emissionspreis von 28,50 Euro. Die Postbank hat bislang immer betont, der Kursverfall ändere nichts am geplanten Einstieg der Deutschen Bank. ank.