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Kanzler für eine Frau, Glos für Schäuble Die Debatte um Rau-Nachfolge geht wieder los

03.01.2004 ·  Berlin. Knapp fünf Monate vor der Neuwahl des Bundespräsidenten kommt wieder Bewegung in die Kandidaten-Debatte. In der CSU mehren sich die Anzeichen, daß die Partei den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Schäuble (CDU) unterstützen könnte.

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Berlin. Knapp fünf Monate vor der Neuwahl des Bundespräsidenten kommt wieder Bewegung in die Kandidaten-Debatte. In der CSU mehren sich die Anzeichen, daß die Partei den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Schäuble (CDU) unterstützen könnte. Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hält indes für denkbar, daß seine Partei eine Unions-Kandidatin als Nachfolgerin von Bundespräsident Johannes Rau unterstützt.
Die SPD könnte auf die Nominierung eines eigenen Kandidaten verzichten, wenn die Union eine Frau als Bewerberin aufstelle, sagte er dem "Spiegel". Er habe "häufig gesagt", er fände es "an der Zeit, daß eine Frau Präsidentin würde". Dabei bleibe er, sagte der SPD-Vorsitzende. CDU-Chefin Angela Merkel reagierte reserviert: "Wir treffen die Entscheidung nach unserem Zeitplan, in Ruhe und unabhängig von der SPD", sagte sie der "Bild am Sonntag".
Nach Zeitungsberichten will die Union schon Mitte Januar ihren Kandidaten vorstellen. Dabei wurde auch der einstige Bundesumweltminister und jetzige UN-Spitzenfunktionär Klaus Töpfer (CDU) genannt. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Christoph Böhr sagte der Zeitung "Die Welt", die Union werde "schon sehr bald" einen Vorschlag machen.
Laut "Bild"-Zeitung wird es in der Parteispitze für möglich gehalten, daß Merkel Töpfer Mitte Januar öffentlich als möglichen Kandidaten der Union präsentiert. Anlaß könnte ein gemeinsamer Auftritt von Merkel und Töpfer in Berlin am 12. Januar sein. Merkel hatte am Freitag angekündigt, sie wolle "in den ersten Monaten" dieses Jahres einen Personalvorschlag machen.
Nach Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) machte sich jetzt auch CSU-Landesgruppenchef Michael Glos für den früheren CDU-Vorsitzenden Schäuble stark. "Meine persönliche Präferenz für das Amt des Bundespräsidenten ist Wolfgang Schäuble", sagte er der "Bild am Sonntag". Die Kandidatenfrage werde aber bei der bevorstehenden CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth keine Rolle spielen. Schäuble ist als Gast zur CSU-Klausur in der kommenden Woche eingeladen. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber schloß eine Kandidatur erneut aus. dpa

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 04.01.2004, Nr. 1 / Seite 1
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