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Herzblatt-Geschichten Sechs Männer neben ihm

30.05.2010 ·  Der „Bunte-Besuch bei Frida Kahlo“ enttäuscht, Nicolas Cage passt seine Essgewohnheiten an das Sexualverhalten von Tieren an und in der Liebe geht es drunter und drüber. Ottfried Fischer nennt seine Simone „Schätzelchen“, Kachelmann war da weniger kreativ.

Von Jörg Thomann
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Das nennen wir mal eine wahre Exklusiv-Story: „Bunte-Besuch bei Frida Kahlo“, steht über dem Artikel. Und wir hätten es auch wirklich gern gelesen, wie der Bunte-Starflüsterer Paul Sahner oder, von Frau zu Frau, die Chefredakteurin Patricia Riekel persönlich mit der schillernden Pinsel-Latina über ihr dramatisches Leben gesprochen hätte, über den schrecklichen Unfall, ihre Affären mit Trotzki und anderen Promis, über ihren treulosen Ehemann Diego, den Jesse James seiner Zeit, und darüber, ob sie Salma Hayek, die sie im Kino spielte, für die Rolle nicht auch etwas zu üppig fand. Aber ach, welche Enttäuschung: Statt des erhofften großen Bunte-Gesprächs finden wir nur einen kleinen Bericht über die Kahlo-Retrospektive in Berlin. Sauber ist was anderes!

Womit wir eine phantastische Überleitung hätten zu dem Volksleiden, mit dem sich Das Neue Blatt befasst: Wer „mit Schweißfüßen zu kämpfen hat, sollte die Socken oder Strümpfe mindestens zweimal täglich wechseln. Wenn sich die Gelegenheit bietet, die Füße gleichzeitig mit Wasser und Seife waschen.“ Da müssen wir nachfragen: Wie ist das „gleichzeitig“ zu verstehen? Gleichzeitig beide Füße? Oder die Füße gleichzeitig mit Wasser und Seife und nicht etwa erst mit Wasser und dann mit Seife? Oder gar gleichzeitig die Socken wechseln und die Füße waschen? Wir haben das versucht, es hat eine ziemliche Sauerei gegeben. Mit Sauereien nichts am Hut hat, wie wir Bunte entnehmen, Schauspieler Nicolas Cage: „Ich finde, Fische sind in Sachen Sex sehr würdevoll. Schweine schon weniger. Deshalb esse ich Fisch, aber kein Schwein und so was.“ Das wäre dann wohl sexualästhetisch motivierter Vegetarismus.

Was will sie bloß von diesem Mann?

Nicht allzu würdevoll wirkte Ottfried Fischer, als er uns im vergangenen Jahr mit einer Darbietung unterhielt, die Bunte den „Hurenskandal“ nennt. Nun schwärmen Fischer, 56, und seine Freundin Simone, 39, von ihrer Liebe und nehmen selbst respektlose Fragen unerschüttert hin: „Wie reagieren Sie, wenn Leute hinter Ihrem Rücken tuscheln: Was will sie bloß von diesem Mann? Immerhin ist ja nicht gerade Richard Gere in Ihr Leben getreten . . .“, mäkelt Bunte. Simone kontert mit Ottis „sensibler, aufmerksamer Art“ und mit seinen Liebesgedichten: „Ich hefte sie alle fein säuberlich ab.“ Das riecht nach späterer Veröffentlichung: Nach den durch „Sex and the City“ berühmt gewordenen „Liebesbriefen großer Männer“ hätten wir dann die Briefe der extragroßen.

„Schätzelchen“ nennt Otti seine Simone. „Lausemädchen“ war der Kosename, den Jörg Kachelmann laut Bunte nicht einer, sondern allen Frauen gab, die „zumindest zeitweilig glaubten, Jörg Kachelmanns einzige Freundin zu sein“. Solcherart konnte er seine Gutenacht-Grüße „als Rundmail oder SMS verschicken“. Die so Gegrüßten wollen sich nun, wie Bunte weiß, verbünden. Sollte der traurige Fall Kachelmann, wovon wir fest ausgehen, dereinst verfilmt werden, wäre dies schon mal kein schlechter Titel: „Die Rache der Lausemädchen“.

Hello again!

Von ganz anderem Schlag sind jene vier Herren zwischen zwanzig und 23, die als „Die Cappuccinos“ zusammen Musik machen und laut ihrer Produzentin Kristina Bach, 48, alle Singles sind: Sie haben, so Bach zur Neuen Welt, „in der Liebe bisher wirklich Pech gehabt und wurden sogar fies betrogen. Einer von ihnen hat es zwei Jahre lang nicht mal geahnt, dass seine Freundin sechs andere Männer neben ihm hatte!“ So viel männliche Ahnungslosigkeit gab es seit Schneewittchen nicht mehr. Weshalb sich Bach ihre Chorknaben zur Brust nahm: „Ich habe sie auf einen Flirtkurs geschickt!“ Außerdem nahm Bach die vier mit in die Disco, damit sie ein paar Mädels kennenlernen: „Doch die vier wollten lieber unseren aufregenden Freundinnen-Gesprächen lauschen und den Abend mit uns verbringen.“ Wir würden dem Quartett raten, sich einen passenderen Namen zuzulegen - die „Milchkaffees“ etwa oder besser noch „Die Kabas“. Weitaus reifer ist der Kollege Howard Carpendale; womöglich sogar leicht überreif, wie die Neue Welt andeutet: Bei Konzerten habe „Howie“ seine Liedtexte vergessen. „Wenn er unsicher war, stimmte er sein ,Hello Again' an. Mehrmals!“ Das müssen schlimme Momente gewesen sein: „Deine Spuren im Sand, die ich gestern noch . . . äh . . . Hello again!“

Traurig fällt auch das Wiedersehen mit Shirley McLaine aus. Sie sagt dem Neuen Blatt, dass sie an glückliche Ehen nicht glaube. Zwar war sie selbst dreißig Jahre verheiratet, aber das hatte nur einen einzigen Grund: „Männer wollen immer die Hochzeit, jedenfalls nach meiner Erfahrung. Und so blieb ich mit Steve verheiratet, um nicht die anderen zu heiraten.“ Zum Glück gibt es diese Woche auch eine gute Nachricht: Lothar Matthäus hat einen neuen Job. Er wird, hat er Bunte gesagt, beim arabischen Sender Al Dschazira die WM kommentieren, „abwechselnd in seiner Muttersprache und auf Englisch“. Vermutlich sogar abwechselnd in ein und demselben Satz. Fraglich nur, ob in Arabien auch ein Model-Job drin ist für seine junge Gattin, die, äh, wie hieß sie nur gleich . . . hm. Hello again!

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Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Gesellschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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